Mittwoch, 28. Dezember 2016

Für Fans von irischem Bier und Whisky

Mehr als 1000 Iren leben in Berlin und bereichern die Stadt mit ihren kulinarischen Errungenschaften. Wer Lust auf ein irisches Bier mit Kleeblatt in der Blume hat, sollte mal im Cliffs of Dooneen in der Husemannstraße vorbeischauen.
Für Pubs und Sportsbars bin ich nicht wirklich zu haben. Mein Glück, dass wir an einem fußballfreien Tag im Cliffs of Dooneen vorbeischauten. Wie lecker Stout und Ale sind, wage ich nicht einzuschätzen, aber sie stehen auf der Getränkekarte. Zu meinem Glück aber auch Cider und der ist lecker. Wer unbedingt Stew mag, kann es dort essen. Viel besser zum Bier passen meiner Meinung nach die leckeren Wedges. Der Wirt ist freundlich und die Gäste sind bereit zusammenzurücken, wenn mal eine größere Gruppe kommt. Das hat einen gewissen Charme, der durch die rustikale Einrichtung mit allerlei Tinnef, der sich in irgendeiner Form auf Irland bezieht, noch verstärkt wird. Für Raucher gibt es einen Extraraum, in dem auch ein Kicker steht und eine Dartscheibe hängt. Für Prenzlauer Berg sind die Preise moderat und hier lässt sich ein ganz angenehmer Abend verbringen.

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Für Rätselfreunde: Final Escape

Wer mit Point and Click Adeventures wie Secret of Monkey Island oder Day of the Tentacle was anfangen kann, sollte auch mal im echten Leben rätseln gehen. Escape Games gibt es seit Anfang der 2000er und sind auch zahlreich in Berlin zu finden. Das Spielprinzip ist einfach: Eine kleine Gruppe kommt in einen Raum und muss Rätsel lösen, um aus diesem wieder rauszukommen. In der Prenzlauer Allee bietet Final Escape vier verschiedene Varianten und wir haben "The Gallerist" ausprobiert.
Vorab wohl das Wichtigste: Wer eher ungern mit anderen kommuniziert, kommt bei diesem Spiel nicht weit, denn selbst die verrückteste Idee kann hier weiterhelfen, sofern sie auch ausgesprochen wird. Es geht darum, gemeinsam mitunter ungewöhnliche Lösungswege für ein Rätsel zu finden. Dabei ist es nicht so, dass man einfach in einen Raum gesteckt wird und los geht’s. Viel mehr gibt es zu jeder Spielvariante eine kleine Geschichte. In „The Gallerist“ geht es darum ein in einer Galerie verstecktes, gestohlenes Gemälde zu finden. Das Spiel verteilt sich auf drei Räume und alle sind authentisch wie in einer Galerie eingerichtet und dekoriert. Um die Hinweise zu entdecken und dem Gemälde näherzukommen, reicht nicht nur Wissen. Man braucht auch einen Blick für Details, ein gutes Ohr und vor allem kreative Ideen. Wenn die Gruppe gar nicht mehr weiter weiß, gibt es zur Not Tipps vom Gamemaster. Um die Aufgabe zu erfüllen, hatten wir eine Stunde Zeit und sind am letzten Rätsel gescheitert. Macht aber nichts, schließlich gibt es noch weitere drei Escape Rooms zu entdecken. Als Gruppe haben wir 99 Euro bezahlt und bekamen dafür eine sehr nette Gamemasterin und sechzig Minuten Spaß, die wie im Flug vergingen.

Dienstag, 13. Dezember 2016

Gedenken an die Gründungsväter der U-Bahn

Wer regelmäßig durch die Tunnel am Alexanderplatz hastet, dem sind sie bestimmt schon aufgefallen: drei bronzene Tafeln im Zwischengeschoss. Sie sind drei Männern gewidmet, die von großer Bedeutung für die Berliner U-Bahn waren.
Ab 1930 hingen zwei Gedenktafeln zu Ehren von Paul Wittig und Max Steinthal im U-Bahnhof Alexanderplatz. Paul Wittig war einer der Leiter und Mitbegründer der Berliner Hochbahngesellschaft und dementsprechend federführend bei der Entscheidung, Untergrundbahnen zu bauen. Steinthal hingegen arbeitete bei der Deutschen Bank. Heutzutage ist er eher durch seine umfangreiche Kunstsammlung bekannt, aber als es um die Finanzierung der Hochbahnen und Untergrundbahnen ging, unterstützte er die Hochbahngesellschaft als Aufsichtsratsvorsitzender. Zwei Jahre später starb Gustav Kemmann, dessen Leistungen in der grundlegenden wissenschaftlichen Ausarbeitung zum U-Bahnbau lagen. Neben praktischen Umsetzungsfragen schaffte er es jedoch auch, für das erste Betriebsjahr die genaue Fahrgastzahl zu berechnen. Damit hatte er sich eine Gedenktafel verdient, die posthum neben den anderen beiden angebracht wurde. Die Originaltafeln hielten jedoch nicht lange. Da Steinthal jüdischer Herkunft war, wurde seine unter der nationalsozialistischen Herrschaft entfernt. Die anderen beiden wurden dann während des Krieges eingeschmolzen und weiterverwertet. Anlässlich des 100. Betriebsjubiläums der U-Bahn beschloss die BVG, Repliken anzubringen, die den Originalen nachempfunden sind. So wirken die Tafeln auch ein wenig aus der Zeit gefallen, aber erinnern daran, was so manch Berliner Pendler diesen Männern zu verdanken hat …

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Eine Brücke für einen Feldherren

Die Moltkebrücke verbindet das Regierungs- mit dem Parlamentsviertel und den Tiergarten mit Moabit. Aber schon der erste Blick auf diese mit Sandstein verkleidete Brücke und ihren vielen Details zeigt, dass es bei ihrer Erbauung nicht nur darum ging, mal schnell eine praktische Verbindung über die Spree hinweg zu schaffen.
Wie der Name es schon sagt, wurde diese Brücke dem preußischen Generalfeldmarschall Helmuth von Moltke gewidmet, der mit seinem Leitspruch „Erst wägen, dann wagen“ auch heute noch manchen bekannt ist. Er konnte deren Fertigstellung nicht mehr lebend miterleben und die Brücke wurde 1891 mit seinem Leichenzug eingeweiht. Der gesamte Dekor der Brücke steht ganz in seinem Zeichen und in der Anerkennung seiner militärischen Leistungen. Die Brücke ist bewacht von Greifen, die das Wappen der Familie von Moltke, das von Preußen, von Berlin und von Parchim, dem Geburtsort von Moltkes tragen. Auf den Balustraden befinden sich Sockel mit Kindergruppen, die die Heldentugenden verkörpern.  Auf den Schlusssteinen der Brückenbögen befinden sich neben einer Skulptur von Moltkes Kopf noch weitere bekannte militärische Feldherren wie Athene, Cäsar oder Blücher. Selbst das kleinste Detail war von Künstlern und Architekten durchdacht. Wer will, kann die Brücke als Sinnbild eines militaristischen Preußens deuten. Ich betrachte sie eher als Bauwerk, das man plötzlich mit ganz anderen Augen sieht, wenn man sich erst einmal mit dessen Geschichte auseinandergesetzt hat. Aber die Eule, die für Moltkes Weisheit stehen soll, konnte ich nicht entdecken. Im Zweiten Weltkrieg und der Besetzung Berlins war die Moltkebrücke dann hart umkämpft und wurde anschließend nur behelfsmäßig repariert. Vollständig saniert und restauriert wurde sie dann in den 80er Jahren. Als Mahnung zu Frieden und Verständigung steht einer der zerstörten Originalgreife auf der einen Seite der Brücke.

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Einmal um den Weißen See

Lust auf einen Herbst- oder mittlerweile eher Winterspaziergang mit streitenden Enten und Blätterrascheln? Dann lohnt sich ein Abstecher nach Weißensee.
Seit dem 13. Jahrhundert siedelten schon Menschen in der Nähe des Weißen Sees, ein Teil Berlins wurde er erst Anfang des 20. Jahrhunderts. Er gehört nun wahrlich nicht zu den größten, aber zu den tiefsten Seen Berlins. Der Weg um den See herum ist nur knapp anderthalb Kilometer lang, aber dafür gibt es eine schöne Aussicht und allerlei Bäumchen und Figuren am Wegesrand. Die Bäume sind teilweise über 150 Jahre alt und wer ab und an etwas genauer hinschaut, entdeckt Informationstafeln an den ältesten Bäumen. Neben einer Blumenuhr säumen zahlreiche kleine Blumengärten die Anlage um den See und auch einige Skulpturen wie die für die Trümmerfrauen oder die Widerstandskämpfer lassen sich entdecken. Für eine Kaffeepause eignen sich das Milchhäuschen oder das Strandbad, die auch jetzt außerhalb der Saison warme Getränke anbieten.