Donnerstag, 26. Oktober 2017

Für Kürbisfreunde und Spielkinder: Spargelhof Klaistow

Auf dem Spargelhof Klaistow steht zu jeder Saison eine andere Frucht im Zentrum. Im Oktober ist Kürbiszeit und die orange Pflanze ist bei der Kürbisausstellung auf dem Hof schwer zu übersehen.
Etwa eine Stunde Fahrtzeit liegt der Erlebnishof von Berlin entfernt. Für Familien lohnt sich der Weg schon allein wegen des Spielplatzes mit der Riesenrutsche, den Hüpfkissen und anderen Kletter- und Spielstationen. Aber es gibt für kleine und große Spielkinder noch mehr zu entdecken. Der Streichelzoo überrascht mit beeindruckend friedlichen Ziegen und ein Stück weiter wartet der Erlebniswald mit Wildgehege auf entspannte Spaziergänger. Momentan findet die Kürbisausstellung statt. Der Eintritt kostet für Erwachsene zwei Euro. Die sind es aber wert, denn so viele unterschiedliche Kürbisformen habe ich noch nie gesehen. Mehr als 100.000 Kürbisse sollen es sein. Die Freiluftausstellung zeigt aber nicht nur diverse Varianten des Herbstgemüses, sondern steht unter dem Motto „Circus“. Lauter Figuren rund um dieses Thema lassen sich auf dem Gelände entdecken. Auf einem Markt gibt es diverse Sorten zu kaufen. 

Zugegeben, Einkaufen ist ein weiteres zentrales Thema auf dem Hof. Es gibt einen Hofladen, diverse Stände, Imbisse, ein Restaurant und die Hofscheune. Wer aufs Geld achten muss, macht darum einen Bogen und wartet, bis die Ausstellung Anfang November beendet ist. Denn dann gelangt man auch kostenlos zum Kinderspielplatz. Die Hofscheune bietet solide Kantinenkost und ein paar saisonale Gerichte zu einem moderaten Preis. Meine Kürbisröstis waren lecker und Vergleich zu Pommes oder Schnitzel durchaus ansehnlich. Auf dem Hof lässt sich leicht den ganzen Tag verbringen, sofern das Wetter mitmacht. Im Winter warm eingepackt wartet dann der Weihnachtsmarkt auf meinen nächsten Besuch …

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Ruhepol in der Florastraße 87

Schon mal den Begriff Pocket Park gehört? Einen Eindruck davon, was ein „Taschenpark“ sein kann, gibt es in der Florastraße 87. Ursprünglich noch etwas grüner ist hier der Pocket Park mittlerweile von Häusern und Baustellen umschlossen, aber dennoch ein kleiner Hingucker.

Westentaschenpark, Minipark oder eben Pocket Park sind Bezeichnungen für besonders kleine Grünflächen oder brachliegenden Nischen, die einer gärtnerischen Gestaltung unterzogen werden. So auch in der Florastraße. Abgesehen von kleinen Beeten gibt es in der Florastraße 87 aber noch mehr zu sehen, und zwar riesige Mosaik-Möbel. Bett, Tisch und Sessel sind sogar nutzbar, wenn auch etwas hart. Leicht abgenutzt sind die Mosaikarbeiten dennoch sehenswert. Selbst die Grundzüge von Spielbrettflächen sind auf den zwei Tischen noch zu erkennen. Die Betonmöbel gehen auf die Künstler Christine Gersch und Igor Jerschov zurück. Sie sind aber nicht einfach nur Dekoration, sondern vermitteln einen Eindruck vom Aufbau einer Gründerzeitwohnung. Auf dem Boden ist der Grundriss der einzelnen Zimmer eingearbeitet. Seit 2005 gibt es diesen Pocket Park. Kurz nach seiner Errichtung gab es für diese Gestaltung vom Berliner Senat den Gustav-Meyer-Preis. Mittlerweile wirkt das Ensemble etwas abgenutzt, wie in einer echten Wohnung und bietet dennoch die Möglichkeit mal kurz zur Ruhe zu kommen, wenn nicht gerade Bauarbeiten im Gange sind. 

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Kascha und Kaviar zum Frühstück im Gorki Park

Bis ich in den echten Gorki Park in Moskau komme, wird wohl noch etwas Wasser den Bach hinabfließen, aber es ist ja nicht so, dass es in Berlin keine russische Küche geben würde. Ein leckerer Anlaufpunkt für russisches Essen, nicht nur zum Frühstück ist das Café Gorki Park im Weinbergsweg.
Zentral, nur einen Steinwurf vom Rosenthaler Platz entfernt, ist das Gorki Park natürlich auch für Touristen Anlaufstelle für den kulinarischen Start in den Morgen. Die typischen Touristen-Nepp-Preise schlagen sich aber noch nicht in der Speisekarte nieder. Für ein komplettes Frühstück liegen die Preise um die acht Euro. Das Frühstücksangebot ist reichhaltig und bietet vor allem Spezialitäten der russischen Küche – aber keine Sorge niemand muss auf sein Rührei verzichten. Dabei werden sowohl Allesesser, Vegetarier und Veganer fündig und wer es besonders krachen lassen will, kann gleich morgens mit einem Wodka starten. Wohlklingend sind auch die Namen der Frühstücksangebote. Ich entschied mich für Boris Pasternak, während meine Begleiter auf die Arbeiterinnen und Bauern setzten. Keiner wurde vom Essen enttäuscht. Mehr noch, ich bin normalerweise kein Verfechter von diesen geschmacklosen Grünzeugvarianten wie Zucchini oder Aubergine und musste feststellen, dass das leckere Gemüsegemetzel auf meinem Teller Auberginenmus war. Während das Essen überzeugte, schien unsere Bedienung leider kein Morgenmensch gewesen zu sein. Von fünf Getränken kamen zwei richtig an und zwei verschwanden in den unendlichen Weiten der Servicewüste. Der Service war zwar nett, aber langsam, und zwar sehr langsam. Wer also mal Blinis, Kartoffelröstis oder Kaviar zum Frühstück haben will, sollte im Gorki Park etwas Geduld und Toleranz gegenüber Vergesslichkeit mitbringen. Bei passendem Wetter lässt es sich gut draußen sitzen. Der Innenbereich ist aber auch charmant, mit der Einrichtung vergangener Stilepochen und allerlei Schildchen und Schnickschnack. Und für alle, die sich unter Kascha nichts vorstellen können: Das ist sozusagen die osteuropäische Variante von Haferbrei, nur eben mit Buchweizen und auch nicht immer süß, aber sehr gesund.