Freitag, 27. April 2018

Französisch frühstücken im Café Fleury


Der Sommer kommt und mit ihm endlich wieder die Möglichkeit draußen zu sitzen. Im Café Fleury im Weinbergsweg am Rosenthaler Platz lässt sich Leute gucken und essen perfekt kombinieren. Voraussetzung ist natürlich frühes Erscheinen, denn das Café und sein Frühstück sind kein Geheimtipp mehr.
Der Name legt es schon nahe, im Café Fleury gibt es französische Küche. Von Quiche bis zu Tarte erfreut die Speiseauswahl nicht nur Morgenmenschen, sondern auch Spät-Aufsteher und Snack-Sucher. Wenn es das Wetter nicht hergibt, dann lässt sich auch drinnen gemütlich frühstücken. Die Einrichtung ist entzückend mit Blumentapeten. Allerdings sei hinzu gesagt, für große Gruppen bieten die kleinen Tische nicht allzu viel Platz. Dass man direkt neben anderen frühstückenden Personen sitzt und wenig Distanz zwischen den Tischen ist, muss man mögen, aber es trägt auf jeden Fall zum Charme des Cafés bei. Merkwürdigerweise stehen Croissants nicht auf der Speisekarte, aber die Frühstücksauswahl und die Kuchen klingen alle lecker. Wer Ziegenkäse nicht mag, sollte besser bei der Bestellung nachfragen. Bestellt wird am Tresen und das Essen kommt dann an den Tisch. Mein Omelett war lecker und üppig, obgleich ich es eigentlich fluffiger kenne - vielleicht ist das die „französische“ Variante? Meine Begleiterin entschied sich für eine Frühstücksauswahl mit einem Obstsalat und scheiterte an den Mengen und besagtem Ziegenkäse. Die Preise sind für die Mengen absolut in Ordnung, aber aufgrund der Lage etwas höher. Dafür gibt es dann Bio-Eier. Wem aber gutes Brot wichtiger ist als die Beilagen, sollte nicht zu enttäuscht sein, das Brot dient hier lediglich als Basis für die leckeren Aufstriche. Mein Fazit: Das Frühstück ist lecker und bezahlbar, wer sich in der Nähe rumtreibt, findet hier bestimmt die passende Stärkung, aber Berlin hat auch noch viele andere gute Cafés, die es zu entdecken gilt.


Freitag, 20. April 2018

Berliner Stadtgeschichte im Märkischen Museum


Das Märkische Museum am Köllnischen Park liegt zwar mitten in Berlin, aber doch irgendwie abseits. Das war wohl mit ein Grund dafür, dass ich bisher nie drin gewesen bin. Dabei lohnt sich der Besuch allemal, vor allem jetzt, da aufgrund der Vorbereitung einer neuen Ausstellung bestimmte Bereiche des Museums nicht zugänglich sind und der Eintritt frei ist.
Was mich letztendlich zum Besuch des Märkischen Museums bewogen hat, war die neue Sonderausstellung „Bizim Berlin 89/ 90“, eine Fotoausstellung mit Fotos von Ergun Çağatay. Die Fotos zeigen das Leben und den Alltag der zweiten Generation türkischer Einwanderer in Berlin. So was von 80er und 90er, aber eben aus einer spezifischeren Perspektive, zumindest für mich, denn ich hatte beispielsweise vorher noch nie etwas von den 36 Boys gehört. Zu den Fotos gibt es Lebensgeschichten, die die Personen oder das Geschehen auf den Bildern näher bringen. Sie lohnt sich für alle, die sich für das Berlin der 90er und Fotografie interessieren.
Kaiserpanorama
Im Obergeschoss geht es dann mehr um die klassische Berlingeschichte. Stadtentwicklung, Handel und Alltagsgeschichte werden in den Räumen gezeigt, die für die Besucher noch zugänglich sind. Vielleicht schreckt Besucher ab, dass nicht mehr die komplette Sammlung zugänglich ist. Für uns war es auf jeden Fall sehr angenehm, denn die wenigen Besucher verteilten sich, sodass es sehr ruhig war. Abgesehen von den gefühlten fünf Schulklassen, die ab und an vorbeizogen. Wahrscheinlich sind das Pflichtbesuche, aber ich muss dem Aufbau der sogenannten [Probe]Räume zugestehen, dass sie unterhaltsam und daher vielleicht auch für Kinder spannend sind. Anfassen, Entdecken und Ausprobieren ist hier erlaubt. Das Konzept dieser Räume ist darauf ausgelegt, zu zeigen, was Museumsarbeit ausmacht und versucht gleichzeitig den Besucher einzubinden. Also wer gerne bastelt oder noch ein Foto von seiner Einschulung in Berlin übrig hat, ist dort willkommen. Mein persönliches Highlight der Ausstellung ist das Kaiserpanorama: eine Apparatur, die stereoskopische Fotos von Berliner Orten im beginnenden 20. Jahrhundert zeigt. Hinsetzen, die nachkolorierten Fotos anschauen und sich Berlin vor 100 Jahren vorstellen. Aber auch der Handwerksaal mit in Berlin gefertigten Produkten ist eindrucksvoll oder das Foto einer Drehorgelmanufaktur. Faszinierend, dass es so viele Leute brauchte, um Drehorgeln herzustellen!

Auch wenn die Ausstellung im Vergleich zu ihrer früheren Größe verringert ist, lohnt sich der Besuch für diejenigen, die Berliner Geschichte spannend finden. Das Gebäude an sich ist architektonisch ein Hingucker und eines der ersten, das speziell als Stadtmuseum von Anfang an gedacht war.

Freitag, 13. April 2018

Frühlingsrolle und Ente süß-sauer in der Himmelspagode


Chinarestaurant kann ja jeder. Wer es aber mal richtig pompös haben will, sollte sich an den Rand Berlins nach Hohen Neuendorf wagen und in der Himmelspagode essen gehen.
Das Restaurant ist schon von Weitem zu sehen, denn es ist dem Himmelstempel im Peking nachempfunden. Darf man das denn? Einen simplen Ort der Nahrungsaufnahme einem spirituellen Ort und UNESCO-Weltkulturerbe nachempfinden? Meinem Magen ist das ziemlich egal und dementsprechend überzeugt er mich, dieses Gebäude als Huldigung an die chinesische Architektur zu sehen. Und selbst Konfuzius soll gesagt haben, dass dem Volk das Essen der Himmel sei. Im Dunkeln leuchtet das Gebäude und entführt den fantasievollen Betrachter mal kurzerhand nach China, oder zumindest in die Vorstellung davon, da ich selbst China nur aus Dokumentationen und Filmen kenne. Das geschwungene Dach, die Teichanlage um das Gebäude herum, die vielstufigen Treppen, die hinauf führen und die steinernen Löwen, alles ist architektonisch und stilistisch durchdacht und beeindruckend. Im Inneren geht es weiter mit einem kleinen Karpfenteich, dem überwältigend großen Kronleuchter, der sich über drei Stockwerke zieht, den Säulen und den vorherrschend roten und goldenen Farben.

Das Essen ist hingegen Durchschnitt und die Speisekarte riesig. Verglichen mit anderen chinesischen Restaurants scheinen auch die Preise etwas teurer. Was aber noch nicht viel heißt, ein Hauptgericht für 15 Euro ist immer noch im Rahmen. Zumal die Portionen üppig ausfallen. Gut, dass es den Drehtisch gibt, so kann jeder beim anderen kosten. Für Vegetarier und Veganer ist die Auswahl nicht unendlich, aber ausreichend. Spaß macht das Bestellen allemal, da die Gerichte fantasievolle Namen wie „Gute Sünde“ oder „Wilder Stier“ haben. Meine gute Sünde ist sehr lecker, die Fleischesser um mich herum sind von ihrem Essen hingegen nur mittelmäßig begeistert. Letztendlich ist dann wohl das Ambiente das Beste am Restaurant. In dem finden an die 400 Personen Platz, dementsprechend hinterlässt das Ganze auch ein leicht kantinenartiges Gefühl. Das muss man halt mögen oder eben nicht. Der Service ist freundlich und durchorganisiert. Was mich als mit langen Öffnungszeiten verwöhnten Berliner irritiert hat, war, dass gegen zehn Uhr dann halt mal die Beleuchtung gedimmt und in bestimmten Bereichen abgeschaltet wird.

Mein Fazit zur Himmelspagode ist, dass es sich schon aufgrund der Einrichtung und des Gebäudes lohnt, hier mal vorbeizuschauen, auch wenn das Essen kaum über den Durchschnitt hinauskommt.


Freitag, 6. April 2018

Matcha-Eis und koreanisches BBQ im Juki


Die Lychener Straße im Prenzlauer Berg ist die Schlemm-Meile schlechthin. Hier reihen sich Restaurants und Bars aneinander. Für meine Begleiter und mich ging es diesmal ins koreanische Restaurant Juki.

Das Wichtigste zuerst: Das Essen war zum Fingerablecken gut. Wahrscheinlich war ich daher auch mehr damit beschäftigt, als gute Fotos zur Veranschaulichung zu machen. Von Bibimpap bis zu Barbecue oder einer Suppe gibt es auf der Speisekarte eine Auswahl typischer koreanischer Gerichte. Bibimpap, was für ein schönes Wort! Dahinter versteckt sich ein Steintopf voller Reis getoppt mit unterschiedlichen Zutaten. Gehöre nicht unbedingt zu den begeisterten Reisessern, daher gibt es für mich Mandu und Jeon. Mandu sind Teigtaschen in frittierter oder gedämpfter Form und Jeon ist ein würziger Pfannkuchen. Superlecker mit Lauch, Zwiebeln und Kimchi eignet er sich gut als zusätzliche Beilage zum BBQ. Aber meine Begleiter, die sich für das BBQ entschieden haben, sind damit beschäftigt ihre vollen Bäuche zu streicheln und denken gar nicht daran, mir bei der Portion zu helfen. Das BBQ kommt als Tischgrill. Wer sich sein Essen also nicht selbst zubereiten will, greift lieber auf eine andere Speise zurück. Weil auch an den Tischen drum herum kräftig gebrutzelt wird, ist eine kleine Warnung für empfindsame Nasen angebracht: Nach dem Besuch hat die Kleidung ein leichtes Röstaroma. 
Den Desserts kann ich persönlich nichts abgewinnen, denn das einzig spannende, die warmen Azuki-Bohnen sind schon ausverkauft. Meine Begleiter testen uneigennützig das Matcha-Grüntee-Eis und den Aloe-vera-Saft. Ersteres schmeckt wie Tee und der Saft wie Seifenwasser. Da bin ich wohl etwas eigen, denn meine Begleiter sind sehr zufrieden mit ihrer Wahl und schwärmen von der Frische und angenehmen Süße. Die abschließende Rechnung hält sich im Rahmen und begeistert uns noch mehr. Auch die freundliche und sehr geduldige Bedienung hat einen positiven Eindruck hinterlassen. Für keine doofe Frage ist sie sich zu schade und erklärt uns, dass das pummelige Etwas auf der Speisekarte Kirby ist. Ich habe den heiß geliebten Begleiter meiner Gameboy-Vergangenheit tatsächlich nicht erkannt. Neben solch weniger relevanten Fragen erklärt sie uns aber auch, was wir da gerade bestellen und das alle Beilagen zum BBQ gerne kostenfrei nachgeliefert werden. Also bleibt mir dank des positiven Gesamteindrucks gar nichts anderes übrig als das Juki weiterzuempfehlen. Leckeres, bezahlbares Essen für Fleischesser und Vegetarier und freundlicher Service: wer hingeht, kann nichts falsch machen.