Freitag, 29. Juni 2018

Stulle zum Frühstück im Neumanns Café

Ein frisch gebackenes Brot rettet eine ganze Mahlzeit. Das Neumanns Café in Friedrichshain bietet selbst gebackenes Brot aus Natursauerteig und deutsche Hausmannskost modern und international interpretiert. Wer morgens lieber herzhaft auf Rührei und Wurstbrot setzt, sollte mal einen Abstecher in die Gabriele-Marx-Straße machen.

Keine Sorge, die Speisekarte enthält noch mehr als Strammer Max und belegte Stullen. Für Freunde des Müslis gibt es Granola und für die Süßen findet sich das eine oder andere Kuchenstück und Marmeladenbrot. Was ich unbekümmert als belegte Stulle bezeichne, ist im Café eine filigrane Anordnung diverser frischer Zutaten, die den doch etwas gehobenen Preis rechtfertigen. Meine Wahl fiel auf das Bauernfrühstück, das sich eher als Tortilla herausstellte, was dem Geschmack kein Abbruch tat, mehr noch, sehr lecker war. Als Salatverächter war zunächst mein Teller eindeutig mit zu viel Grünzeug befüllt, aber das Dressing und die Kombination mit dem Brot und Bauernfrühstück machte jede einzelne Sprosse und jedes Salatblatt wertvoll. Meine Begleiterin wählte ein Brot mit Rührei und war ebenfalls rundum zufrieden. Da wir werktags dort waren, gab es genügend freie Plätze. Das Café ist klein und rustikal, also nicht unbedingt die beste Wahl, um mit einer Gruppe einzufallen. Die Preise sind hingegen gemessen an der Qualität und Leistung angemessen, aber doch höher. 10 Euro für mein Bauernfrühstück und Frühstückskombinationen ab 15 Euro mit Saft und Kaffee muss man sich leisten wollen. Schmeckt aber, deswegen ist das Café für mich eindeutig eine Empfehlung wert. Allerdings gilt die vor allem für Allesesser und Vegetarier, für Veganer ist die Auswahl begrenzt. Aber der Kaffee soll gut sein und aus einer Berliner Manufaktur kommen …


Freitag, 22. Juni 2018

Pie und Erbsenpüree in Kreuzberg

Mit der englischen Küche kann ich mich als Vegetarier nur schwer anfreunden, setzen die Inselbewohner doch wie unsere deutsche Hausmannskost vor allem auf Fleisch und Fisch. Der klassische englische Pie bildet da zwar keine Ausnahme, aber das Hello Good Pie in der Falckensteinstraße schon. Hier gibt’s nicht nur leckere Pies gefüllt mit Fleisch, sondern auch mit allem Guten aus dem Garten.
Der Pie ist ein Klassiker der britischen Inseln und das zu Recht! Leckere, knusprige Kruste umhüllt eine warme Füllung. Dazu gibt es klassischerweise Kartoffelbrei und Soße. Zugegeben, das ist jetzt nicht die ideale Mahlzeit für den Hochsommer, aber den Magen macht‘s glücklich. Im Hello Good Pie findet jeder den passenden Pie für knapp 5 Euro, mit Brei und Soße wird’s ein wenig mehr. Die Füllungen reichen vom klassischen Hack bis hin zu saisonalem Gemüse. Der Laden ist klein, aber wer den richtigen Moment abpasst, findet einen Tisch. Der leicht gebrauchte Charme der Einrichtung passt zur Umgebung. Im Innenbereich lässt sich der Koch beobachten und vor dem Laden die vorüberziehenden Anwohner und Touristen. Wer kein Kartoffelpüree mag, kann als Beilage auch auf Erbsen mit Minze setzen oder noch gesünder, auf Salat. Anschließend gibt’s Desserts, Möhrenkuchen, süße Pies oder Käsekuchen. Aber ehrlicherweise bin selbst ich nach einem Pie satt, da ist kein Platz mehr für eine Nachspeise. Praktischerweise lassen sich die Pies und Desserts aber auch mitnehmen. Und der Görli liegt für einen Verdauungsspaziergang im besonders entspannenden Ambiente nur einen Steinwurf entfernt.

Freitag, 8. Juni 2018

Ein Hauch von Heidelberg in Berlin


Die U3 gehört für mich zu den weniger bekannten U-Bahn-Strecken. Eigentlich kenne ich sie nur aus entfernten Unizeiten, bei denen ich am leichtesten mit ihr zur am Rande Berlins liegenden FU kam. Dabei versteckt sich auf der Strecke das eine oder andere Kleinod wie der U-Bahnhof Heidelberger Platz.
Wer schon mal nach Wilmersdorf muss und sich ein wenig für Architektur begeistert, sollte sich den U-Bahnhof Heidelberger Platz nicht entgehen lassen. Denn hier wurde nicht gekleckert, sondern geklotzt. Der U-Bahnhof ist etwas jünger als der gleichlautende S-Bahnhof, aber wer wird bei mehr als 100 Jahren schon kleinlich sein? Als er 1913 erbaut wurde, gehörte Wilmersdorf rein verwaltungstechnisch gesehen noch nicht zu Berlin und überließ es dem Architekten Wilhelm Leitgebel ein wenig mehr Glanz in die Bahnhofsarchitektur zu bringen. Das sieht man auch heute noch, besonders an dem Deckengewölbe, das an eine Kirche erinnert. Ein weiteres auffallendes Merkmal ist, dass die Säulen nicht aus schnödem Metall bestehen, sondern aus Stein. Angeblich sind in jede Säule unterschiedliche Tiere in den Stein gemeißelt. Sollte man mal beim nächsten Besuch überprüfen … Genauso beeindruckend wie die Deckenkonstruktion ist die Eingangshalle am Südzugang mit einer kleinen Kuppel und einem Blumenmosaik. Aber warum der Bahnhof nun Heidelberger Platz heißt, die Frage konnte ich mir nicht beantworten. Zumindest wird dem Namen an den Wänden der Gleise Rechnung getragen, denn hier sind Bilder und Fotos von Heidelbergs Sehenswürdigkeiten zu finden. Scheinbar auch eine ganz nette sehenswerte Stadt …

Freitag, 1. Juni 2018

Portugiesische Tapas in der Lisboa Bar


Portugiesische Restaurants sind in Berlin nicht so oft vertreten wie spanische. Leicht lassen sich die beiden Küche über einen Haufen scheren. Aber es gibt doch ein paar Unterschiede, die es wert machen, mal nicht zum Spanier, sondern zum Portugiesen zu gehen. Eine kleine feine Auswahl aus der portugiesischen Küche bietet die Lisboa Bar in der Krossener Straße am Boxhagener Platz.
Die Lisboa Bar ist klein und sehr beliebt. Wer tiefsinnige Gespräche im Stillen führen will, für den ist die immer volle Bar nicht der richtige Ort. Aber gutes portugiesisches Essen lässt sich hier leicht finden. Und das für Fleischesser, Vegetarier und Veganer. Das Hauptaugenmerk der portugiesischen Küche liegt auf Fisch und Fleisch. Tintenfisch, allerlei Meeresgetier und typische Fleischspezialitäten wie Wurst gibt es entweder als Hauptgericht oder in diversen Varianten als Tapas. Spricht mich nicht an, viel mehr weckt die vegetarische Tapas-Auswahl mein Interesse. Sie ist eine Zusammenstellung aus vier verschiedenen Tapas und reicht für zwei Personen. Schon mal Mohrrüben-Salat mit Essigdressing gegessen? Ich jetzt schon, und ich muss zugeben, es hat geschmeckt. Selbst der Ziegenkäse war zart und nicht so herb, wie ich ihn sonst kenne. Mein persönliches Lieblingsgericht bleiben aber die Kartoffeln. Die schnöden Erdfrüchte hätte ich problemlos nachbestellen können. Aber ich musste Platz lassen für das Dessert. Ein typisches Dessert der portugiesischen Küche ist die Pastel de nata: Blätterteig mit Pudding, klingt einfach, ist aber superlecker und zugegebenermaßen etwas magenfüllend. Was wäre ein portugiesisches Essen ohne entsprechende Begleitung? Also gibt es Hauswein, den zumindest meine Begleiter testeten, und für gut befunden haben, ebenso wie die diversen Limonadensorten, die sich nicht in jedem Späti finden lassen. Alles in allem lässt es sich in der Lisboa Bar gut aushalten, die Preise sind nicht günstig aber moderat und das eine oder andere Detail der Einrichtung wie die Kacheln oder Fotos greifen das portugiesische Thema auf. Wer in den Abendstunden mal vorbeischauen will, sollte aber am besten reservieren.