Freitag, 27. Juli 2018

Superlecker! Japanese Style Hot Dogs bei Oishii

Am dritten Mittwoch im Juli feiert ganz Amerika den Hotdog. Na gut, nicht ganz Amerika, sondern die USA. Ehrlicherweise bezweifle ich auch, dass den meisten US-Bürgern dieser „Feiertag“ bekannt ist. Tatsache ist aber, dass die Ursprünge des Hotdogs in den USA liegen. Angeblich hatten deutsche Einwanderer dabei ihre Hände im Spiel. Als Vegetarier ist es nicht ganz einfach, Hotdogs zu mögen. Aber Berlin bietet als geheime Vegetarier- und Veganer-Hochburg glücklicherweise viele Alternativen zur Wurst aus Fleisch. Meine neueste Hotdog-Entdeckung macht aber nicht nur mich glücklich, sondern auch Fleischesser. Im Oishii an der Schönhauser gibt es Hotdogs für alle, vorausgesetzt man mag Fusionsküche und Fast Food.

Im Oishii, was auf Deutsch so viel wie „lecker“ bedeutet, gibt es die Kombination von Hotdogs mit japanischen Beilagen und Gewürzen. Statt Sauerkraut halt japanisches Sauerkraut oder Teriyaki-Sauce oder Wasabi … Die Würstchen sind je nach Wunsch aus Geflügel, Rind, vegetarisch oder vegan. Meeresfrüchte auf dem Hotdog gehen auch, zumindest hier. Dieser Trend Hotdog-Kreationen asiatisch anzuhauchen, kommt lustigerweise nicht aus Japan, sondern aus Kanada. Schmeckt auf jeden Fall sehr lecker. Ein Hotdog reicht zudem für den Mittags- oder Snackhunger. Wer mehr braucht, nimmt entweder zwei Hotdogs oder ein Menü. Die Hotdogs kosten ab etwa 5 Euro schon ein bisschen mehr als die Knorpelwurst von den fliegenden Wurstverkäufern, die sonst so rumlaufen. Dafür kommen sie direkt von einem Berliner Fleischer und machen wirklich satt. Mit Pommes und einem Getränk wird es zu einem Menü und anschließend dann noch einen Sesambällchen. Ob die schmecken, kann ich nicht sagen, mir hat mein Yummi Sauerdog gereicht. Der war übrigens fix fertig, sodass man schneller essen kann. Der Laden ist klein, aber nett eingerichtet und draußen gibt es auch ein paar Plätze. Für einen Imbiss macht er schon was her. Er öffnet ab 12 Uhr und hat am Wochenende bis um zehn Uhr auf. Perfekte Anlaufstelle für einen abendlichen Snack …


Freitag, 13. Juli 2018

Kunst und Kultur in Südschweden


Wälder, feine Sandstrände, flache Seen und zerklüftete Felsklippen sind das, was Südschweden für Freunde der Natur bietet. In den Nationalparks gibt es immer Zentren, in denen sich Besucher mit Wanderkarten für jeden Anspruch versorgen können. Fahrradfahrer erleben hier das einzigartige Gefühl, dass auf sie Rücksicht genommen wird (habe ich mir zumindest sagen lassen) und überhaupt ist Südschweden ganz wunderbar für die, die einfach mal frische Luft und schöne Natur erleben wollen. Das ist mir auf Dauer aber einfach nichts. Deswegen trieb es mich raus, um ein paar kulturelle Highlights der Region zu entdecken.
Die größte Schiffssetzung Skandinaviens
Im Hafenort Kaseberga findet sich auf einem Hügel Ales Stenar. Ales Steine gelten als größte Schiffssetzung in Skandinavien und über die Bedeutung wird immer noch diskutiert. Ist sie ein Kalender oder eine Grabanlage? So oder so, die Steine, die in Form eines Schiffes angeordnet sind, wurden vor über 1000 Jahren von den Menschen auf den Hügel geschleppt. Sie bilden ein Langschiff nach und die ganze Formation besteht aus 59 Steinen und ist fast 70 Meter lang. Historiker schätzen, dass die Anlage um 600 angelegt wurde. Allerdings lässt sich das nur teilweise bestimmen. Außerdem waren die Steine lange Zeit vergessen und wurden erst im 20. Jahrhundert wieder aufgerichtet und freigelegt. Dennoch ist eine beeindruckende Leistung der Menschen, die hier einmal lebten. Vom Rand des Hügels gibt es zusätzlich noch einen weiten Blick auf das Meer und ein kleiner Rundgang führt über den Hafen durch das Dorf zurück zum kostenfreien Parkplatz. Eins ist jedoch noch zu erwähnen: Da oben zieht es wie Hechtsuppe.
Nur zehn Minuten Autofahrt vom Naturdenkmal entfernt befindet sich angeblich Schwedens schönster Sandstrand Sandhammaren. Wer er es ein wenig schaurig mag: Das Meer vor Sandhammaren gilt als größter Schiffsfriedhof Schwedens. Die Sandbänke und Strandräuber, die die Schiffe mit falschen Lichtzeichen auf diese lockten, gehören zur düsteren Geschichte dieses malerischen Strands.

Stadtspaziergang in Halmstad
Halmstad als Stadt zu bezeichnen, ist schon ein wenig übertrieben. Aber die Kleinstadt hat eine lange dänisch-schwedische Geschichte voller Belagerungen und Eroberungen. Hier lohnt sich ein Spaziergang am Nissan. Die Uferpromenade ist bestückt mit Kunstwerken und führt zum Schloss der Stadt. Das Schloss, von Dänen erbaut, hat aber eher die Größe eines Herrenhauses. Das Wahrzeichen der Stadt, Picassos Frauenkopf befindet sich übrigens an dieser Uferpromenade. Auf dem Galgenberg, in Schwedisch „Galgberget“ gibt es einen schönen Ausblick auf die Stadt samt Hafen- und Meeresblick. Der Namen kommt wohl von den vielen Hexen, die hier ihr Leben ließen.

Die perfekte Kombination von Kunst und Natur in Wanas
Mein persönliches Ausflugshighlight war Wanas Konst. In Wanas befindet sich ein Herrenhaus mit riesigem Park. Im Park und den anliegenden Gebäuden finden alljährlich Kunstausstellungen statt. Nicht jedes Objekt dieser Ausstellungen verschwindet anschließend in einem Hinterzimmer, sondern bleibt vor Ort im Park und anliegenden Wald stehen. Die Besitzer des Hauses und der umliegenden Ländereien haben beschlossen, den Park für alle zu öffnen. Auf dem riesigen Areal lassen sich fast 100 Skulpturen und Installationen im Freien entdecken. Galerie, Bunker und Scheune mit Ausstellung ergänzen den Außenbereich. Wer der zeitgenössischen Kunst gegenüber offen ist, darf sich das nicht entgehen lassen. Auch, wenn das bedeutet, mitten im Wald plötzlich „Mama“-Rufe zu hören. Wir haben erst nach einer halben Stunde rausgefunden, dass es sich um eine Klanginstallation und nicht um ein Kind handelt. Zum Eintritt (140 Kronen für Erwachsene) gibt es den größten und verwirrendsten Wegweiser der Welt (nur meine Einschätzung) in A3-Format. Alles lässt sich nur mit einem ausgefeilten Plan besichtigen, aber unbedingt sehen sollte man William Forsythes „Underall“ oder Anna Thulins „Double Dribble“. Die Hütte von Forsythe entlarvt ihre Pointe nur, wenn man auch wirklich hineingeht, während Thulins Kunstwerk dazu animiert, die Augen nicht nur nach vorne zu richten.

Freitag, 6. Juli 2018

Urlaub in Südschweden - Erste Lektionen

Schweden, Land der unberührten Natur, Mücken und Elche … Da ich bevorzugt in urbanen Räumen Urlaub mache, war dieses Land eine kleine Herausforderung für mich. Unser Lager schlugen wir in der südschwedischen Provinz Halland auf. Größere Städte wie Malmö oder Göteborg lagen in scheinbarer Nähe, doch sie waren bei bestem Wetter und der Nähe zum Meer und den dunklen, kühlen Wäldern keine wirkliche Option. Was der Urlaubsort vorgibt, muss schließlich genutzt werden! Da es mein erster Urlaub in Schweden war (und wahrscheinlich nicht mein letzter), gab es natürlich einige Aspekte, die für mich neu und spannend waren.


Wo sind die Menschen?
Schweden gehört zu den am dünnsten besiedelten Ländern Europas. 80 Prozent des Landes bestehen aus Wäldern, Seen, Mooren und Bergen. Einen schönen Eindruck davon bekommt man in Südschweden. Abseits der kleineren Städte lassen nur die vereinzelten Briefkästen am Straßenrand erkennen, dass irgendwo im Wald ein bewohntes Häuschen steht. Übrigens ist es üblich, in den einsameren Gebieten zu grüßen. „Hej“ steht im Schwedischen für „Hallo“ und lässt sich bei der Blumen pflückenden Familie am Wegesrand ebenso anbringen, wie bei der alten Frau auf dem Waldpfad. Alle, die vom Dorf kommen, wissen sowieso, wie es läuft … Entspannt geht es auch auf den Straßen zu. Wer die Staustraßen und Hektik Berlins gewöhnt ist, bekommt hier die volle Dröhnung Entspannung. Das liegt wahrscheinlich auch am Tempolimit, aber dennoch, die einzigen Drängler und Raser, die uns begegneten, waren Nicht-Schweden.

Wo sind die Elche?
Mit der passenden Klischeevorstellung von riesigen Elchen, die wie Wildschweine die Straßen kreuzen und massenhaft Mückenspray ausgerüstet, stellte ich fest: keine Mücken! Zumindest nicht bei uns. Eine sehr angenehme Überraschung. Enttäuscht war ich jedoch, als wir nach mehr als zehn Tagen Urlaub keinen einzigen Elch zu Gesicht bekamen. Der größte Hirsch Europas, der in Schweden jährlich Tausende Verkehrsunfälle verursacht, zeigte sich uns nicht. Auch abseits der allgegenwärtigen Warnschilder, im Wald, versteckt er sich anscheinend gut. Im Nachhinein weiß ich jetzt, dass Elche vor allem in den Abendstunden aktiv sind. Zugegeben, da saßen wir meistens schon wieder erschöpft vom Nichtstun auf unserer Terrasse.


Das Eis mit der Kreditkarte bezahlen
Schweden gehört zu den europäischen Vorreitern hinsichtlich der bargeldlosen Bezahlung. Nahezu alles lässt sich mit der Kreditkarte bezahlen, selbst die einzelne Eiskugel am Strand. Was für Touristen von Vorteil ist, hat in der schwedischen Gesellschaft für Diskussionen gesorgt. Menschen, die es bevorzugen, mit Bargeld zu bezahlen, haben schlichtweg Probleme alltägliche Dinge zu kaufen, denn für Händler und Unternehmer ist es aufwendiger, Bargeld einzuzahlen, als das Geld auf elektronischem Wege zu verarbeiten. Wir hatten zwar keine Probleme, unsere abgehobenen Kronen unter die Leute zu bringen, aber letztendlich benötigten wir eigentlich nur eine Kreditkarte.

Schweden und der Alkohol

Jeder, der schon mal in einem skandinavischen Land unterwegs war, weiß, dass Alkohol dort teuer ist. Schweden ist da keine Ausnahme. Hier gibt es alkoholische Getränke, die einen Alkoholgehalt von 3,5 Prozent übersteigen nur im Systembolaget. Der hat allerdings nicht rund um die Uhr offen und sieht von innen aus wie eine Getränkefachabteilung mit ziemlich hohen Preisen. Aber Vorsicht, wer extra ins Systembolaget geht, um Alkohol zu kaufen, sollte auf seine Auswahl achten, denn hier gibt es auch alkoholfreies Bier und Kindersekt. Alles unter der besagten 3,5-Prozent-Grenze lässt sich im Supermarkt kaufen und viele Restaurants haben Lizenzen zum Verkauf von Alkohol. Die Schweden machen übrigens sehr leckeren Cidre, sowohl als fast alkoholfreies Blubberwasser, das wie erfrischender Apfelsaft schmeckt als auch wirklich alkoholhaltigen Cidre, nach dem das Autofahren nicht mehr ratsam ist.



Sommersonnenwende in Schweden
Also wenn schon im Sommer nach Schweden, dann am Midsommer! In Südschweden sind die Nächte um die Sommersonnenwende zwar nicht unendlich wie in Nordschweden, aber dennoch beginnt man zu verstehen, warum es „weiße Nächte“ heißt. Es ist lange hell und die Nacht ist auch nicht zappenduster, so wie man es abseits von großen Städten erwartet, sondern selbst um drei Uhr morgens oder nachts ist immer noch ein leichtes Glimmen der Sonne erkennbar. Sehr beeindruckend. Und wer genau zum längsten Tag des Jahres in Schweden auf dem Land ist, kann gleich das Midsommarfest mitnehmen. Am Freitag und Samstag nach der Sommersonnenwende wird gefeiert, um die Mittsommerstange getanzt und getrunken.