Donnerstag, 21. September 2017

Für Fotografie und Kunstfans: Perspective Playground

Bis zum 24. September gibt es im Kraftwerk noch die Ausstellung Perspective Playground zu sehen. Der Besuch lohnt sich für alle begeisterten Fotografen und Farbliebhaber und der Eintritt ist frei.
Das ehemalige Heizkraftwerk in der Köpenicker Straße 70 ist von innen an sich schon ein Hingucker: Die nackten Betonwände, die riesigen Säulen und allerlei Nischen und Winkel sind bestaunenswert genug für diejenigen, die sich für Architektur interessieren. Die verschiedenen Kunstinstallationen der Ausstellung werfen dann noch ein besonderes Licht auf dieses Gebäude, oder sollte ich sagen, dass das Kraftwerk die Installationen erst die richtige Umgebung bietet? Wie auch immer, jeder der Farbenspiele mag, sollte sich den Perspective Playground nicht entgehen lassen. Aber es gibt nicht nur Buntes, sondern auch Installationen, die speziell den Hobbyfotografen vor besondere Herausforderungen stellen. Licht- und Bewegungsinstallationen, die sich nicht mit einem einfachen Klick einfangen lassen.
Wer sonst nur mit seinem Handy fotografiert, kann sich kostenfrei eine Kamera leihen und seiner Kreativität freien Lauf lassen. Die Ausstellung versteht sich als Spielwiese für Fotografen und verschiedene Aufnahmetechniken. Sie ist aber auch ein Erlebnis für alle, die nicht durch ein Objektiv schauen. Anstatt eines roten Fadens zieht sich ein silberner Faden durch die gesamte Ausstellung. Selbst ein Kunstwerk nennt sich diese Installation von Poetics Kinetics und Patrick Shearn „Neo Prayer Flag“. Die Kuratorin vergleicht das Projekt mit einem Vogel, meine Begleitung fühlte sich an Weihnachtsbaumschmuck erinnert und für mich sah es aus wie ein Drache. So oder so, es ist toll anzusehen, denn die meterlange Installation besteht aus Folienschnipsel, die durch Bewegung schillern und glänzen.

Zu meinen persönlichen Ausstellungshighlights gehören neben der „Neo Prayer Flag“ die bunten Spiegel, das Farbwelten-Labyrinth und die Inszenierung von Wasser durch Licht und Ton. Sehr beeindruckend, wie die über 700 bunten Spiegel der Installation „Our Colour Reflection“ die Wände mit Farben versehen und dabei jeder Standortwechsel ein anderes Muster offenbart. „Das Leben ist ein Wirbel und kein Strich“ hingegen ist nicht bunt, aber dennoch effektvoll. Wasser, Licht und Ton sorgen für ein Zusammenspiel, das schwer zu fotografieren ist und das auf mich einen leicht meditativen Effekt hatte. Die Ausstellung verteilt sich auf drei Ebenen und wir haben etwa zwei Stunden gebraucht, um uns alles in Ruhe anzusehen. Fotografen mit dem Ziel, das perfekte Foto zu schießen, können also gleich mal doppelt so viel Zeit einplanen. Am Ausgang besteht übrigens die Möglichkeit, sich gleich drei seiner Lieblingsfotos ausdrucken zu lassen. 

Dienstag, 19. September 2017

Wenn das Auge mitisst: Frühstück im Café Anna Blume

Schöne Aussichten und leckeres Frühstück gibt es im Prenzlauer Berg an fast jeder Ecke. Das Café Anna Blume in der Kollwitzstraße bietet mit der Frühstücksetagere noch ein zusätzliches Highlight.

Anna Blume gehört zu den Empfehlungen, die in nahezu jedem Berlin-Reiseführer auftauchen. So erklären sich dann auch die etwas höheren Preise. Aber für die Lage bezahlt man im Prenzlauer Berg sowieso immer gleich mit. Das Café ist innen schön eingerichtet, am besten sitzt es sich aber draußen, umgeben von rankenden Sträuchern und Pflanzenkübeln. Wer keine Spatzen mag, sollte sich einen Tisch im Innenbereich suchen. Auf der Frühstückskarte stehen die klassischen Gerichte für den morgendlichen Hunger und allerlei leckere Kombinationen mit floristischen Namen. Aber wer schon einmal da ist, sollte sich die Etagere nicht entgehen lassen. Die gibt es auch in vegetarisch und vegan. Meine Begleiterin und ich wählten die Etagere für zwei Personen. Die kostet dann 22 Euro. In Berlin lässt es sich durchaus günstiger frühstücken, aber die verschiedenen Schalen sind den Preis wert. Wir haben uns durchgearbeitet von der leckeren Käseauswahl, dem frischen Rührei bis hin zu den Antipasti. Die Etagere schließt mit einer frischen Obstauswahl ab. Eine Schwachstelle war der Brotkorb, der war zum einen recht übersichtlich und zum anderen auch nicht von besonderer Qualität. Das ist Jammern auf hohem Niveau, aber wenn ich auswärts frühstücke, freue ich mich auch über besondere Brotsorten oder selbst gebackenes Brot. Die Etagere reicht für ein angenehmes Sättigungsgefühl. Der Service ist freundlich und unaufdringlich und wer früh kommt, hat sogar freie Platzwahl. Also durchaus eine Empfehlung für diejenigen, die das Frühstücken angemessen zelebrieren wollen …

Mittwoch, 13. September 2017

Kunst am Bau in der Wollankstraße

Die Wollankstraße lädt nicht gerade zum Flanieren ein. Dafür gibt es in Berlin schönere Straßen. Aber spannend ist sie trotzdem. In der Straße treffen der Wedding und Pankow, ehemaliges West- und Ostberlin aufeinander. Selbst wenn es den Wedding als eigenständigen Bezirk nicht mehr gibt, bekommt man ein Gespür für unterschiedliche Kieze in der gleichen Straße. Ein Kleinod am Straßenrand ist die Wandmalerei in der Wollankstraße 20.
Unübersehbar prangt an der Brandwand des Hauses neben dem Kloster eine feenhaft anmutende Frau. Was für die einen kitschig ist, nennen andere Kunst am Bau und dieser Einschätzung schließe ich mich an. Nicht immer muss Kunst wachrütteln und zum Nachdenken bringen, manchmal darf sie auch einfach nur schön sein. Die Fassadenmalerei ist eine Auftragsarbeit. Die Künstlerin Irma Penna hat sich dabei an den tschechischen Künstler Alfons Maria Mucha orientiert. Er war ein bekannter Vertreter des Jugendstils. Diese Kunstrichtung hatte sich unter anderem das Ziel gesetzt, Kunst im alltäglichen Leben zu integrieren. Das Bild erinnert stark an Muchas „Primel“. Wer will, kann unter Rückgriff auf die Blumensymbolik, tiefere Aussagen wie Hoffnung oder Frühling hineininterpretieren. Oder einfach mal kurz stehen bleiben und Kunst genießen. Auf jeden Fall sorgt die beblumte Dame auf der faden praktischen Hauswand für ein florales, optisches Highlight. 

Mittwoch, 6. September 2017

Für Frühaufsteher und Pancakeliebhaber: A Never Ever Ending Love Story

Wer mal keine Lust hat auf das Butterbrot mit Marmelade zum Frühstück, findet in Charlottenburg in der Bleibtreustraße im Café A Never Ever Ending Love Story eine kleine, aber leckere Frühstücksauswahl. Aber der Tipp ist schon längst nicht mehr geheim und nur der, der früh kommt, findet noch Platz …
Die Speisekarte ist zwar überschaubar, aber dafür bietet sie für jeden etwas: von süß bis herzhaft, von Fleischesser bis Veganer, mit ein wenig Neugier findet sich für jeden das Richtige. Für mich gab es eine Mexican Breakfast Bowl, Rührei mit Guacamole und Bohnen. Sehr lecker. Allerdings bin ich ein Verfechter von Brot unterm Rührei. Zu der Bowl gibt es aber nur zwei kleine Stullen geröstetes Brot. (Für Verfechter des Hochdeutschen: Stullen sind Brotscheiben) Das weiß ich dann für das nächste Mal, denn einzeln belegte Brote sind auch in der Karte vertreten. Dabei ist das Brot lecker in Öl geröstet und nix für Gebissträger. 
Die Bowl hätte durchaus als Frühstück gereicht. Aber ich gehe natürlich nicht frühstücken, um maßvoll zu essen. Als Dessert gab es dann einen Pancake. Sehr fluffig und mit frischem Obst. Die Portionen der einzelnen Gerichte sind angemessen, die Preise für die Lage auch. Meine Bowl kostete um die 6 Euro. Wer einen gesunden obstigen Start möchte, bekommt diverse Säfte und Müslizusammenstellungen. Für mich als Laie wirkte alles superfrisch und selbst gemacht. Die Bedienung war sehr freundlich und hat vor allem auch bei der Bestellung darauf hingewiesen, wenn das eine oder andere Gericht aufgrund von Schnipselarbeiten etwas länger braucht. Der Besuch lohnt sich vor allem für die, die mal was anderes wollen, als das klassische deutsche Brot- und Marmeladenfrühstück. Aber das Café ist nicht groß und Reservierungen sind nicht möglich, wer ganz sicher einen Tisch haben möchte, sollte nicht erst um zehn Uhr vorbeikommen.