Mittwoch, 31. Januar 2018

Das JapanFestival Berlin – Bunt und bildend

Eines meiner Traumziele auf meiner Wunschliste ist Japan. Da ist es nur konsequent, dass ich mir das JapanFestival nicht entgehen lassen darf. Seit neun Jahren findet es in Berlin statt und bringt Besuchern in der Urania die japanische Kultur näher.
Der Eintritt von 15 Euro wirkt auf dem ersten Blick happig. Aber das Bühnenprogramm ist gratis und bietet von japanischer Musik und Mode so ziemlich jeden Aspekt der japanischen Kultur, den sich interessierte Besucher vorstellen können. Zugegeben für weniger Informierte wie mich, ist es mitunter schwierig zu erkennen, ob die Koto-Spieler ihre Instrumente noch stimmen oder schon spielen. Aber das macht den Reiz aus: Neues entdecken und versuchen zu verstehen. Kleine einführende Worte sind bei jeder Musik- oder Kampfkunstvorführung inklusive. Leider sind die Vorführungen eng getaktet und für Fragen aus dem Publikum bleibt keine Zeit. Eigentlich hätte es also gereicht, sich etwas Essen und Trinken zu holen, sich in den Vorführungsraum zu setzen und das Programm zu genießen. Aber auf drei Stockwerken verteilen sich diverse Stände mit Mangas, Fanprodukten, Accessoires, kulinarischen Spezialitäten und Handwerkskunst. Das muss auch erst mal alles gesichtet werden. 
Letztendlich entscheiden mein Begleiter und ich uns für eine Überraschungstüte mit japanischen Süßigkeiten. Nicht alles schmeckt, aber meine Geschmacksknospen sind fasziniert. Das Festival ist gut besucht und ab dem frühen Nachmittag wird es richtig voll, sodass fast kein Durchkommen ist. Wenn wir schon nicht mehr an die Stände kommen, bleibt uns aber immer noch das Beobachten der vielen Cosplayer. Da waren schon einige beeindruckende Kostüme dabei. Meinem Reiseziel komme ich zumindest mit diversen Reiseprospekten etwas näher. Denn für Reiseveranstalter, die auch motiviert sind, jede dumme Frage zu beantworten, gibt es einen eigenen Ausstellungsraum.

Mein Fazit zum Festival: Der perfekte Einstieg, um sich noch mehr für Japan zu begeistern. Die meisten Stände sind eher für Mangafans und Cosplayer interessant. Aber auch Teefans, Bonsaifreunde, Kimonoträger und an Kunsthandwerk Interessierte finden einzelne Stände zu diesen Bereichen. Das Highlight auf dem Festival ist aber das Bühnenprogramm. Schon allein deswegen würde ich wieder hingehen. Der Termin für das nächste Jahr steht schon fest und ist in meinem Kalender eingetragen. Also, wer kommt am 27. Januar 2019 mit?

Mittwoch, 24. Januar 2018

Auf einen Kuchen im Katzencafé Zur Mieze

Wer Katzen mag, darf sich ein Katzencafé nicht entgehen lassen. Die Kombination aus schnurrenden Fellballen und Kuchen ist perfekt für alle, die gerne eine Katze hätten, sie sich aber aus den unterschiedlichsten Gründen nicht zulegen können. In Charlottenburg in der Wilmersdorfer Straße vermittelt das Café "Zur Mieze" einen Eindruck davon, wie es ist, mit Katzen zu leben, Tierhaare auf dem Mantel inklusive.
Das Café ist klein und gemütlich. Die unterschiedlichen Stühle und Tische lassen eine Wohnzimmer-Atmosphäre aufkommen. Wer unbedingt einen Platz bekommen möchte, sollte daher besser reservieren. Vor allem sonntags, wenn zu Kuchen und Katze noch Livemusik serviert wird. Die Speisekarte ist übersichtlich, aber alles was wir gegessen haben, war lecker. Am besten ist dabei die Auswahl an selbst gemachten Kuchen und die Tagessuppen. Aber es geht ja auch gar nicht darum, kulinarische Neuheiten zu entdecken. Im Mittelpunkt stehen die fünf Katzen, die zwischen den Stühlen und Tischen herumstreichen. Welche Katze oder welcher Kater gerade um einen herumstreicht, erfährt man aus der Karte. Dort gibt es eine Seite, die über die Herkunft und Eigenheiten der einzelnen Katzen informiert. Alle sind ehemalige Straßenkatzen und von einem Tierschutzverein vermittelt. Nicht jede von den Katzen möchte gestreichelt werden, aber wenn die Leckerlidose auf dem Klavier geöffnet wird, dann sind alle zu sehen. Kuscheln ist nicht garantiert, aber Entspannung schon. Denn irgendwie verändern wuselnde Tiere das Ambiente und es macht Spaß, den Katzen beim Treiben zuzuschauen. Nur dumm, dass ich ausgerechnet auf Carolines Platz saß – weiße Katzenhaare auf dunkler Kleidung, das Problem kennt wahrscheinlich jeder Katzenhalter …

Mittwoch, 17. Januar 2018

Ein Klassiker unter den Berliner Sehenswürdigkeiten: Die Gedächtniskirche

Jeder Berliner kennt sie und wahrscheinlich waren die meisten auch schon drin: die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Für mich gehört sie auch zu den Top-Tipps für Berlinbesucher und daher musste ich sie mir nun mal endlich auch von innen ansehen.
Die Turmruine ist ein Symbol für Westberlin und markiert für mich eines der wichtigsten Zentren der Stadt, gleich nach dem Alexanderplatz … Nicht aus Faulheit bleibt das Anhängsel „Kaiser-Wilhelm“ bei mir oft weg, denn die Gedächtniskirche ist über ihre ursprüngliche Funktion als Kirche hinausgewachsen, indem sie zerstört wurde. Der übrig gebliebene aufgebrochene Turm erinnert an die Zerstörung und bleibt ein Mahnmal für den Frieden. Dazu gehört auch die Gedenkhalle im erhalten gebliebenen Eingangsbereich. Die Gedenkhalle wurde 1987 eingerichtet. Wer jetzt auf eine riesige Halle hofft, wird enttäuscht. Der Raum ist nicht groß und der Platz wird durch die vielen Besucher noch enger. Zu sehen gibt es Mosaike und eine kleine Ausstellung über die Geschichte der Kirche, die 1895 eingeweiht wurde und in der Form nur bis 1943 bestehen sollte. Spannender sind da die kostenfreien Führungen, die nahezu stündlich stattfinden und die Mosaike erklären oder mit anderen Anekdoten die Kirche wieder lebendig machen. Als Zeichen der Versöhnung ist in der Halle auch das Nagelkreuz von Coventry zu entdecken. Die Nägel stammen aus der von deutschen Bomben zerstörten Kathedrale in Coventry.
Direkt gegenüber vom Eingang der alten Kirche befindet sich dann die neue. Hier lohnt es sich wegen der blauen Fenster vorbeizuschauen. Sie ist zwar dunkel, aber die mehr als 20.000 blauen Glaskacheln sorgen für ein beeindruckendes Licht. Der verantwortliche Glasmaler Gabriel Loire soll gesagt haben, dass das Blau für den Frieden stehe. Tatsächlich ist es in der Kirche beeindruckend still, der Verkehr bleibt draußen, und wenn nicht gerade eine Reisegruppe klickend Fotos macht, bietet der Raum das richtige Ambiente für Andacht und Kontemplation.

Mittwoch, 3. Januar 2018

Von Bücherwäldern und Buchzellen in Berlin

Wohin mit den alten Büchern, wenn mein Regal aus allen Angeln platzt, ich doch aber unbedingt neues Lesefutter brauche? Bibliotheken nehmen nur Bücher neueren Datums und die sagenumwobenen Onlinehändler, die jedes Buch kaufen, bieten mir nur Cent-Beträge. Da ich mir aber sicher bin, dass der eine oder andere Roman durchaus noch Liebhaber finden könnte, habe ich mich aufgemacht, um im Bücherwald, einer Bücherzelle und beim Berliner Büchertisch meinen gelesenen, aber nicht geliebten Büchern einen neuen Besitzer zu verschaffen.

Der Bücherwald im Prenzlauer Berg
In der Sredzkistraße steht der Bücherwald. Die offizielle Bezeichnung führt bei der Suche allerdings in die Irre. Direkt neben dem Café Anna Blume stehen vielmehr Baumstämme. In diese sind Fächer eingelassen, in die dann jeder seine gebrauchten Bücher anderen Lesern zu Verfügung stellen kann. Das Projekt geht auf den Verein Baufachfrau Berlin zurück. Der Verein verarbeitete Bäume aus dem Grunewald, quasi vom Baum zu Buch soll so die Wertschöpfungskette Wald, Holz und Buch verdeutlicht werden. Allerdings ist der Bücherwald nicht nur den Elementen, sondern auch manch gelangweilten Menschen ausgesetzt. Dementsprechend sieht der Bücherwald, der seit 2008 steht, auch aus: Teilweise sind die Plastikklappen von den Fächern gerissen und die Stämme von Graffiti übersät. Vielleicht habe ich einen schlechten Tag erwischt, denn die Fächer sind zudem auch leer gefegt. Mehr Platz für meine Unterhaltungsliteratur, aber kein neues Lesefutter …

Die Büchertelefonzelle in Mitte
Einen gepflegten Eindruck macht dagegen die Bücherzelle an der Gertraudenstraße. Orange-grün angemalt ist sie auch nicht so leicht zu verfehlen. Hier muss ich sogar anstehen! Während ich warte, kommen drei Personen mit Schubkarren und drängeln sich vor. Das ist allerdings mein Glück, denn sie füllen den Bestand offiziell auf und geben mir sogar eine Leseempfehlung. Die Zelle ist vor allem dazu gedacht, sich Bücher zu holen – ohne Gebühr, einfach Bücher für alle. Die Pflege und Bestückung übernehmen die Vereine Berliner Büchertisch und reha e.V. Wie im Bücherwald ist die Zelle rund um die Uhr frei zugänglich. Das Angebot ist bunt von Schnulzenliteratur, Sachbüchern bis hin zum Kinderbuch. Schnell mogele ich meine eigenen Bücher unter, die aber gar nicht auffallen. Hier finde ich auch neues Lesefutter.

Einen Karton voller Bücher loswerden

Für die großen Mengen an ungeliebten Büchern reichen Bücherzellen und Bücherwald nicht. Aber der Berliner Büchertisch nimmt in Kreuzberg in der Richardstraße Spenden an. Vorausgesetzt die Bücher sind gut erhalten und nicht zu alt. Mit diesen Bücherspenden unterstützt der Verein Bibliotheken in Schulen, Jugendhäusern oder Gefängnissen. Teilweise werden die Bücher auch vergünstigt verkauft und mit den Einnahmen Projekte zur Leseförderung unterstützt. So bekommen meine Bücher noch einen Sinn und ich habe endlich ein wenig Platz im Bücherregal …