Mittwoch, 28. Juni 2017

Betreutes Trinken in der Boxhagener Straße

Lust auf einen entspannten Feierabendcocktail fernab vom Happy Hour Gedränge? Wer mal abseits der günstigen und hoffnungslos überlaufenen Simon-Dach-Straße einen guten Drink genießen will, sollte in die Boxhagener einschwenken und zur Booze Bar gehen.
In der Booze Bar lautet das Motto „Betreutes Trinken“, also nix da mit einer Getränkekarte. Wer bestellt, wird nach seinen Gelüsten und Vorlieben gefragt und bekommt dann merkwürdig klingende Cocktails wie „Ich und mein Kiez“ vorgeschlagen und serviert. Das lohnt sich für alle, die entweder wissen, was sie mögen oder auch offen für Neues sind. Ganz so experimentierfreudig bin ich nicht – ein Getränk mit Rosmarin klingt für mich schon zu sehr nach Kräutergarten und Smoothie. Da lob ich mir was Süßes. Und auch das haben die Barkeeper gut hinbekommen. Zunächst mit Erdbeerpüree und dann mit dem Cocktail „Cherry cherry lady“. Wer Schoki und Kirsche mag, sollte den unbedingt probieren. Aber auch für Freunde des Herberen gibt es genug Kombinationen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf individuelle Drinks und hochwertige Spirituosen. Das hat jedoch auch seinen Preis: Ein Cocktail kostet um die zehn Euro. Dafür gibt es keinen Fusel, Neuentdeckungen und ein entspanntes Ambiente. Am besten selbst mal ausprobieren und entscheiden, ob es sich lohnt. 

Mittwoch, 21. Juni 2017

Ein Wochenende in Prag

Goldene Stadt, Kafka und Prager Frühling sind die Dinge, die ich mit der tschechischen Hauptstadt verbinde. Meine Begleiter begeisterten sich vor allem für die Vorstellung von frischem, gutem Bier. Es gibt also viele gute Gründe, Prag für einige Tage zu besuchen und kennenzulernen. Hier sind meine fünf Highlights in Prag:
Die Karlsbrücke
Um die Karlsbrücke kommt kein Pragbesucher herum, schließlich ist sie das Wahrzeichen der Stadt und gehört zu den ältesten Brücken Europas. Allerdings ist sie vor allem tagsüber auch brechend voll. Wer also die 30 Skulpturen in Ruhe ansehen oder an den Reliefs der Nepomukstatue reiben will, weil das angeblich Glück bringt, wartet am besten auf den Abend. Dann sind die größten Reisegruppen schon wieder auf dem Weg ins Restaurant und die Besucher verteilen sich auf der zehn Meter breiten Brücke besser. Auch eine schöne Perspektive auf die Karlsbrücke bietet eine Bootsfahrt über die Moldau.


Die Burg
Neben der Karlsbrücke, dem jüdischen Viertel und der astronomischen Uhr am Rathaus gehört auch die Burg zu den Klassikern für Touristen in Prag. „Die Burg“ gibt es eigentlich nicht, denn auf dem größten zusammenhängenden Burgareal der Welt gibt es viele Gebäude und Ausstellungen zu besichtigen. Dementsprechend viel Zeit ist für den Besuch des Veitsdoms oder des Goldenen Gässchen einzuplanen. Der Zugang zu dem Gelände ist frei und wer nicht unbedingt den Dom von innen sehen will, kommt am besten erst ab 18 Uhr oder später. Bis 22 Uhr hat das Gelände nämlich offen, und wenn die Sonne langsam versinkt, ist das ganze Gelände fast leer und dennoch beeindruckend, ganz abgesehen vom Ausblick auf die Stadt. Angeblich soll es sogar im Goldenen Gässchen, der legendären Alchemistenstraße, spuken. Da diese abends aber nicht frei zugänglich ist, konnten wir uns davon kein Bild machen. Wer Architektur mag, wird aber nicht nur die gotischen Gebäude auf dem Burggelände spannend finden. Gleich davor auf dem Hradschiner Platz ist das Palais Schwarzenberg, das mit seinen Sgraffitomalereien zu den ältesten Renaissancebauten der Stadt gehört und wenn dann die Gaslampen zischend angehen, herrscht eine ganz besondere Stimmung.


Die Metro
Im Vergleich zu Berlin oder anderen Städten ist die Prager Metro mit nur drei U-Bahn-Linien geradezu niedlich. Dafür aber unschlagbar günstig. Eine Dreitageskarte für knapp 10 Euro ist fast nirgendwo sonst zu bekommen. In Prag liegt auch die tiefste U-Bahn-Station in der EU, aber selbst wer nicht in der Station Námestí Míru ist, kriegt schnell mit, dass die Prager Metro zu den tiefsten gehört. Mich hat vor allem die Architektur der Stationen begeistert, wie eine Reise in die 60er Jahre. Weniger Begeisterung lösten dafür die Rolltreppen aus, denn die sind überraschend fix, ziemlich lang und die schief hängenden Werbeplakate gefielen meinem Gleichgewichtssinn gar nicht ...

Grüne Auszeit im Wallenstein Garten
Gut versteckt liegt der Wallenstein Garten, doch wer ihn findet, entdeckt nicht nur den Senat des Parlaments der Tschechischen Republik, sondern auch eine frühbarocke Gartenanlage mit grünen Rückzugsorten und einem Fischteich. Faszinierend ist die grottenähnliche Wand aus schwarzem Gestein, die voller merkwürdiger Skulpturen zu sein scheint.

Wo einst ein tschechischer König lebte

Klar, wer schon mal in Prag ist, darf sich das tschechische Bier nicht entgehen lassen. Ein wahrer Glücksfund war für uns eine Craft Beer Bar im Zentrum. Das U Kunstatu liegt mitten in der Stadt und war dennoch überraschend entspannt. Hier gibt es vor allem Craft Beer. Die kleinen Snacks sind allerdings auch sehr zu empfehlen. Neben dem lauschigen Innenhof bietet die Bar im Keller jedoch eine Überraschung: Dort befindet sich ein Kellergewölbe, das bis ins 12. Jahrhundert zurückgeht und einst Heim des späteren Königs Georg von Podiebrad war. Heute beherbergen die Gewölbe wechselnde kostenfreie Kunstausstellungen.

Mittwoch, 14. Juni 2017

Lust auf Ananas-Bier und afrikanische Musik?

Zum sechsten Mal findet auf dem Alex das Kenako Afrika Festival statt und wer schon mal am Alexanderplatz ist, kann vorbeischauen und ein wenig afrikanische Kultur entdecken.

Am Alex gibt es ja jeden Monat irgendeinen mehr oder weniger angemessenen Anlass, Buden aufzubauen und Passanten und Touristen mit Billigware und Knorpelwurst zum Geldausgeben zu verleiten. Beim Kenako Afrika Festival gibt es natürlich auch die ewig gleichen Stände mit Bratwurst, Softeis und frisch gepressten Säften. Der Schwerpunkt liegt aber tatsächlich auf afrikanischem Handwerk: Afrikanisches Kunsthandwerk, Kleidung und verschiedene ländertypische Speisen gibt es zu entdecken. Mein Probeessen bestand dank der freundlichen Erklärung des Verkäufers neben Bohnen und Kochbananen auch aus Maniokblättern. Hatte ich vorher noch nie probiert. Was soll ich sagen? Sieht aus wie ein Kuhfladen und schmeckt nach Grünkohl ... Grundsätzlich geht es beim Festival aber nicht darum, Produkte zu kaufen oder zu verkaufen, sondern vielmehr einen gegenseitigen kulturellen Austausch zu erreichen. Dementsprechend steht das Festival dieses Jahr unter dem Motto Afrika 4.0 und die die verschiedenen für alle Interessierten offenen Podiumsdiskussionen im Mandela-Zelt widmen sich der Digitalisierung und anderen aktuellen Fragen. Kommenden Samstag gibt es zusätzlich die Messe der Brückenbauer, auf der Vereine und Initiativen ihre Projekte vorstellen und interessierten Besuchern Fragen beantworten. Ganz abgesehen vom kostenfreien Bildungsprogramm gibt es aber auf der Bühne noch täglich Konzerte, ach ja und am Wochenende gibt es auch spezielle Programme für Kinder, um ihnen afrikanische Kulturen näher zu bringen. Das Festival geht noch bis zum 18. Juni.