Donnerstag, 27. Oktober 2016

Drei Klöster auf einem Berg - Der Puig de Randa

Das Inselinnere Mallorcas ist eine fruchtbare Ebene, auf der Mandeln, Oliven und Getreide angebaut werden. Als klassisches Symbol der Insel gilt daher auch die Windmühle, die früher zum Mahlen des Getreides, zur Ölherstellung oder zur Förderung des Grundwassers fungierte. Wer schon einmal in der Ebene Es Pla ist, kann auch gleich einen Abstecher zum einzigen Tafelberg Mallorcas machen.
Der Puig de Randa bietet nicht nur auf seinem Plateau einen schönen Ausblick auf die Landschaften. Auf, im und an den Berg gebaut sind auch drei Klöster, die man besichtigen kann. Um korrekt zu sein, sind es nur zwei Klöster und eine Einsiedelei. Dennoch ist der Puig de Randa auch als Klosterberg bekannt. Wer motiviert ist, kann dem Wanderweg folgen, der an den drei historischen Orten vorbeiführt. Die Santuari de Nostra Senyora de Gracia ist das erste „Kloster“. Eigentlich ist es ursprünglich ein Wallfahrtsort. Heute gibt es dort eine Kapelle zu besichtigen und im Eingangsbereich steht ein denkmalgeschütztes Kreuz. Wer sich dafür nicht interessiert, kann sich am Ausblick ergötzen oder bewundern, wie sich die noch bestehenden Gebäude in den Berg schmiegen. Das zweite Kloster Santuari Son Honorato ist noch in Betrieb und die Mönche leben in Klausur. Hier gibt es dementsprechend auch nicht viel zu sehen, außer die Kapelle. Die Klosteranlage auf dem Berg hingegen ist mit seinem Klostergarten, Museum, Restaurant und wieder einer Kapelle einen Besuch wert. Das Museum widmet sich dem berühmtesten Bewohner der Santuari de Nostra Senyora de Gracia: Ramón Llull. 

Noch nie gehört? Naja ich auch nicht - aber tatsächlich war er ein angesehener Philosoph und Missionar und hat durch seine zahlreichen Schriften einen Beitrag zur literarischen Anerkennung der katalanischen Sprache geleistet. Das Restaurant wird jedoch nicht von Mönchen bewirtschaftet und wirkt durch gehetzte Angestellte nicht einladend. Wer jedoch Hunger verspürt, sollte, wie wir vom Plateau abziehen und dann nach Montuiri fahren. Das Dorf wird im Reiseführer als klassisches Beispiel für arabische Architektur in Mallorca beschrieben. Ist uns so jetzt nicht aufgefallen, aber mit dem Restaurant Puig de Sant Miquel haben wir ein wahres Kleinod entdeckt. Dort gibt es ein echtes mallorquinisches Menü mit Getränken und Wein zu angemessenen Preisen und Kellner, die kein Deutsch können, aber geduldig verdeutlichen, was was ist. Wer mal in der Nähe ist, dem sei ein Abstecher wärmstens empfohlen.

Dienstag, 25. Oktober 2016

Mallorca - Tagesausflug ins Unesco Weltnaturerbe

Abseits vom Pool und der Hauptstadt hat Mallorca gerade für Wanderer und Naturfreunde einige sehenswerte Landschaften zu bieten. Ein Ziel, das sich nicht nur für Wanderfreunde lohnt, ist das Gebirge Serra de Tramuntara, das die Unesco zum Weltnaturerbe erklärt hat.
Das Gebirge liegt im Nordwesten der Insel und beherbergt zahlreiche Dörfer, die mehr oder weniger pittoresk sind. Für tolle Ausblicke sorgt die Fahrt nach Sa Calobra. Aber die 14 Kilometer lange Serpentinenstraße ist nichts für Fahranfänger oder Reisekranke. Haarnadelkurven und entgegenkommende Busse machen die Anfahrt zum Erlebnis. In Sa Calobra führt dann ein Tunnel in die Bucht mit Kiesstrand. 
Das Spannende ist hier aber nicht unbedingt die Bucht, sondern vielmehr der Canyon Torrent de Pareis. Hier beginnt oder endet ein Wanderweg, der nach Escorca führt. Er gilt als einer der gefährlichsten Mallorcas und sollte nur von erfahrenen Wanderern in Angriff genommen werden. Für alle anderen gilt aber, dass ein kleiner Streifzug durch den Canyon schon eine kleine Auszeit im Grünen ist.
Auf Mallorca gibt es verschiedene Wanderwege, die auch für weniger Trainierte machbar sind. Allerdings ist es gut zu wissen, dass die Wege nicht befestigt sind, und wenn dann mit Steinen. Festes Schuhwerk ist für längere Strecken also durchaus empfehlenswert. Abgesehen davon gibt es in den seltensten Fällen Schilder. Verbreiteter sind kleine Steinmännchen, die den Weg weisen. Wer also auf der Insel wandern geht, kann von einer Karte nur profitieren. Aber eine kleine Wandertour lohnt sich, denn fast jeden Monat blühen andere Pflanzen und die Insel ist bunter, als man denkt. Gerade die Mandelblüte im Februar lockt Wanderer auch außerhalb der Badesaison.

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Was ein Tourist in Mallorca sehen muss...

Auf Mallorca gibt es für jeden Urlaubstyp etwas: Der All-inclusive-Urlauber bekommt gutes Wetter und müsste nicht mal die Hotelanlage verlassen. Falls doch, gibt es zahllose weitere Strände zu entdecken. Für diejenigen, die sich gerne etwas bewegen und die einheimische Natur entdecken wollen, gibt es zahlreiche Wanderwege, Berge, Klippen und beeindruckende Landschaften.
Strand und Sonnenuntergang
Wer schon mal in Mallorca ist, sollte sich die schönen Strände mit dem klaren Wasser nicht entgehen lassen. Es gibt Sand- und Steinstrände.  Als einer der schönsten Strände mit Karibikflair gilt Es Trenc. Im Gegensatz zu manch anderen Sandstränden der Insel ist dieser Strand nicht bebaut und das Wasser ist noch wunderbar türkis und sauber. Um ganz unterzutauchen, muss man jedoch ein ganzes Stückchen laufen. Davon abgesehen ist dieser Strand wohl schon lange kein Geheimtipp mehr, denn auch außerhalb der Saison ist er gut besucht.
Mallorca hat eine beeindruckende Steilküste und viele Punkte, von denen es einen Ausblick auf das Meer gibt. Der bekannteste und beliebteste Ort, um sich den Sonnenuntergang anzuschauen, ist Cap Formentor. Wer aber keine Lust auf die lange Anfahrt hat, findet an der Küste viele schöne Flecken, an denen die Sonne malerisch im Wasser versinkt. Wann hat man schon mal die Zeit, ganz in Ruhe der untergehenden Sonne zuzusehen?

Palma
Was wäre ein Mallorca-Besuch ohne einen kleinen Spaziergang durch die Hauptstadt? Eine klassische Sightseeing-Tour beinhaltet den Hafen und die Kathedrale La Seu. Im Hafen liegen halt Schiffe jedweder Art … Die Kathedrale überragt die Stadt und ist durchaus sehenswert. Wer auf eigene Faust durch die Altstadt läuft, stößt auf kleine verwinkelte Gassen fast ohne Autos und bekommt durch die spanisch-katalanische und arabische Architektur einen Eindruck von der mehr als 2000 Jahre alten Stadt. 
Umstritten, aber dennoch einen Abstecher wert, ist das Denkmal an den Untergang des Kreuzers Baleares im Park Sa Feixina. Die 22 Meter hohe Säule und die Wasserspiele erinnern an die Opfer des Unterganges. Das Denkmal soll eigentlich abgerissen werden, da es die faschistische Diktatur Francos verherrliche. Einen schönen Ausblick auf die Stadt gibt es am Café des Kunstmuseums Es Baluard. Das Museum für zeitgenössische Kunst wurde in die Stadtmauer integriert und auch außerhalb des Museums sind einige Kunstwerke ausgestellt. Wer an einem warmen Tag durch die Stadt flaniert, sollte unbedingt eine der vielen Eiscafés ausprobieren – was bei unseren Tests besondere Begeisterung auslöste, waren die mit Schokolade umhüllten Eiswaffeln.
Abkühlung in den Höhlen

Mehr als 3000 Höhlen gibt es auf Mallorca – die perfekte Anlaufstelle, wenn es selbst zum Baden zu warm ist … Einige dieser Höhlen wurden für Touristen aufbereitet und bieten Führungen an. In Porto Christo liegen die Coves del Drach, die Drachenhöhlen. Dort befindet sich Europas größter unterirdischer See. 
Wer nach Porto Christo fährt, findet dort auch die Coves del Hams, die mit großflächiger Werbung manch einen Touristen vom Weg zu den Drachenhöhlen abbringen. So ging es auch uns. Im Vergleich zu den Drachenhöhlen ist dort der Eintritt höher und es gibt eine Führung durch die Höhlen. Wobei der Begriff Führung in diesem Fall nicht überbewertet werden sollte: Die Gruppe wird per Einspieler in verschiedenen Sprachen durch verschiedene Bereiche gelotst und bekommt verschiedene Videos zu sehen. Wer noch nie in einer Höhle war, wird es dennoch interessant finden. Andere werden hingegen von der durchkalkulierten, effekthaschenden und teilweise lieblosen Präsentation enttäuscht sein. Eine weitere Höhle, die unter Insidern noch als Geheimtipp gilt, ist die Coves d’Artà, in der es den größten Stalagmiten Europas zu bestaunen gibt.

Dienstag, 18. Oktober 2016

Urlaub auf Mallorca - Erste Lektionen

Ja, es gibt tatsächlich Deutsche, die noch nie auf Mallorca waren … Ich gehörte bisher dazu. Aber sonnige Aussichten und ein verlockend schönes Ferienhaus haben mich dann doch überzeugt, Urlaub auf Mallorca zu machen. Und die Insel hielt dann neben den typischen Klischees auch schöne Erfahrungen, beeindruckende Landschaften und entspannende Sonnenuntergänge bereit.
Essen für Jedermann
Zuallererst bestätigte sich jedoch das Klischee, dass die Insel des Deutschen liebster Urlaubsort ist. So viele deutsch redende Menschen trifft man nicht einmal in Tegel. Dementsprechend haben sich die meisten Gastronomen in den überlaufenden Urlaubsorten auf das Publikum eingestellt. Spanisch braucht hier niemand – die Speisekarten sind in Deutsch. Das kulinarische Angebot ist allerdings auch auf die Wünsche zahlungskräftiger, Hausmannskost erwartende Gäste abgestimmt. In fast jedem Restaurant gibt es Schnitzel und Co. Mallorquinische Küche ist dann nur noch in Form von ein oder zwei Alibigerichten wie etwa Fisch oder Paella vertreten. Wer echte mallorquinische Küche möchte, muss schon etwas suchen. Selbstversorger haben jedoch den Vorteil, auf die Fülle der landwirtschaftlichen Produkte der Insel zurückgreifen zu können. Jedem Grillfan kann ich nur nahelegen, das Angebot der jeweiligen Fleischtheken auszuprobieren. Die Fleischesser in unserer Urlaubsgemeinschaft waren begeistert von den gewürzten Fleischspießen und Bratwürsten. Ernüchternd hingegen war unsere Ausbeute an Oliven und Aioli aus den Supermärkten. Oliven gibt es dort in mannigfaltiger Ausführung zum Selbstabfüllen. Aber trotz mehrerer Versuche konnten wir keine schmackhaften finden. Die gab es dann wiederum in leckerer Ausführung nur im Restaurant.
Mallorquinisches Vertrauen auf den Menschen
Eine weitere Lektion für den TÜV-verwöhnten und mit Warnschildern vertrauten Deutschen ist das Vertrauen der mallorquinischen Verwaltung auf den gesunden Menschenverstand. Die Insel wartet mit zahlreichen Klippen auf, von denen man einen tollen Blick auf das Meer hat. An diesen Klippen gibt es keine lächerlichen Hinweise, wie „Vorsicht ihr Trottel, achtet darauf, wo ihr hintretet und fallt nicht hinunter!“ Ok, solche Hinweise habe ich in Deutschland auch noch nicht gesehen, aber dennoch sind Warnschilder an deutschen Küsten meinem Gefühl nach verbreiteter …
Eine Insel im Wasser ohne Wasser
Fast schon ein schlechtes Gewissen bekamen wir, wenn wir in unserem kühlen tiefen Pool planschten und über den Wassermangel auf Mallorca philosophierten. Mallorca hat hinsichtlich des Grundwasserpegels verschiedene Warnstufen. Dabei geht es nicht nur um Wasserknappheit, sondern auch darum, dass das Grundwasser bei zu niedrigem Stand durch eindringendes Meereswasser verunreinigt wird. Aber eigentlich ist alles gar nicht so schlimm. Ja die Stauseen wie der Gorg Blau sind unglaublich geschrumpft und wirken im Vergleich zu ihrer eigentlichen Größe momentan nur wie Pfützen. Andererseits versickern mehr als 25 Prozent des Wassers, das durch die Leitungsrohre kommt, durch Lecks irgendwo auf dem Weg – das Wasser gelangt also wieder in den Boden. Allerdings spürt man die Qualität der Wasserleitungen in einem Ferienhaus auch am eigenen Leib. Wer den Wasserhahn aufdrehte, bekam oft mehr Luft ab als Wasser. 

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Wenn Chuck Norris mal nur Zweiter wird

Wer sein Feierabendbier mal nicht nur mit simplen Plaudereien verbringen will, sondern die Herausforderung sucht und gleichzeitig seine Lachmuskeln trainieren will, ist beim Seitenquiz genau richtig.
Das Seitenquiz in der Alten Kantine in der Kulturbrauerei klingt zunächst wie ein klassisches Kneipenquiz. Es gibt drei Runden mit Fragen, verschiedene Teams und Schnaps. Die Themen und die Moderation sind dann aber doch etwas anders. Bilderrätsel, Geschlechtskrankheiten oder bayerische Beleidigungen – hier hilft Wissen nicht immer weiter. Aber mit einem Bier für drei Euro lässt es sich wesentlich leichter um die Ecke denken. Der Eintritt kostet günstige vier Euro und mit ein wenig Glück springt eine Runde Schnaps für das Team heraus. Das hängt vom Glücksrad ab … Wer also Lust hat, sich mal klar zu machen, wie wichtig unnützes Wissen sein kann oder herausfinden will, was es mit Sharkira auf sich hat, dem kann ich das Seitenquiz nur wärmstens empfehlen.