Montag, 30. November 2015

Lecker Tapas am Alexanderplatz - Das Las Olas

Der Vorteil beim Tapas Essen ist immer die Auswahl. Man kann viele Sachen ausprobieren. Mal eine Niete erwischen und mal was Neues entdecken. In Berlin findet sich fast an jeder Ecke ein Spanier. Da muss man erst einmal den Richtigen finden ...
Am Alexanderplatz an der Liebknechtstraße bietet das Las Olas eine große Auswahl an Tapas. Allerdings kann man leicht am Restaurant vorbeilaufen, denn von außen wirkt es auf dem ersten Blick nicht gerade reizvoll. Zumal der Eingang etwas versteckt hinter der Treppe zum Steakhouse Escados liegt. Innen herrscht dann aber spanisches Ambiente mit Schinken, Kacheln und anderen Klischees, die in ihrer Gesamtheit einen wohligen Eindruck hinterlassen. Aber das Wichtigste in einem Restaurant ist ja das Essen. Die Auswahl ist groß, die Preise nicht gerade günstig. Die einzelnen Tapas starten ab drei Euro und können bei Fleisch und Spezialitäten bis zu zehn Euro kosten. Muss man sich leisten wollen, schmeckt aber auch wirklich lecker. Und immerhin gibt es das Brot mit leckerer Aioli gratis. Für Experimentierfreudige empfiehlt sich eine Platte für zwei, wo verschiedenste Tapas zusammengestellt sind.  Für alle anderen sind die Datteln im Speckmantel zu empfehlen oder die gesalzenen Minikartoffeln oder die Chorizo… Vegetarier und Allesesser haben die Qual der Wahl, für Veganer ist die Auswahl etwas begrenzter, aber Pimentos, also in Olivenöl gebratene Paprikaschoten oder würzige Champignons sind für manch einen auch nicht zu verachten. Wer keine Tapas mag, hat hier nicht mehr so große Auswahl, aber Paella geht immer. Die Bedienung ist für Berliner Verhältnisse schockierend freundlich und erklärt gern, was was ist. Ein auf Erfahrung beruhender Tipp: Drei Tapas reichen eigentlich, um satt zu werden. Aber bei der Auswahl ist der Appetit manchmal einfach größer. Gerade am Wochenende ist das Restaurant immer voll, wer es also einmal ausprobieren will, sollte sicherheitshalber reservieren oder im Sommer vorbeikommen. Dann gibt es auch mehr Plätze auf der Terrasse. Ist aber nur etwas für Leute, die kein Problem mit dem stetigen Rauschen des vorbeiziehenden Verkehrs haben …

Mittwoch, 18. November 2015

Friedenssymbol am Großen Teich - Die Weltfriedensglocke

Direkt vor meiner Haustür liegt der Volkspark Friedrichshain. Bei gutem Wetter lässt es sich hier gut aushalten und es gibt auch immer einiges zu entdecken. Die Glocke am Großen Teich sieht man nicht auf dem ersten Blick, aber der kleine japanische Tempel ist auch von der gegenüberliegenden Seite des Teiches zu entdecken.

Seit 1989, dem 50. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs, steht der kleine Pavillon im Volkspark.  Dieser wurde nach japanischen Vorlagen erbaut und in ihm befindet sich die Friedensglocke. In vielen verschiedenen Ländern gibt es diese Friedensglocken. Sie gehen auf die Initiative eines Hiroshima-Überlebenden zurück und bestehen aus Münzen verschiedener Länder und Trümmern Hiroshimas. Die Friedensglocke im Volkspark enthält Münzen aus über 100 Ländern. Das Wort Weltfrieden ist auf die Glocke geprägt und soll ihre Symbolkraft als Friedenssymbol hervorheben.


Gut, dass sie mehr als 300kg schwer ist, denn vor einigen Jahren waren im Park Metalldiebe unterwegs, die Skulpturen im Park, aber auch den Metallschmuck des Pavillondachs gestohlen haben. Am Boden des Pavillons sind zwei Gedenkplatten für die Opfer der Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki eingelassen. Wenn nicht gerade verspielte Erwachsene oder Kinder gegen die Glocke schlagen, ertönt sie offiziell nur einmal im Jahr: am 6. August, dem Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima. An diesem Tag findet eine Gedenkveranstaltung rund um den Pavillon statt und erinnert an die Opfer.  

Montag, 16. November 2015

Für Krümelmonster - Das La Cure Gourmande

Berlins Geschichte ist untrennbar mit den Franzosen verbunden. Eigentlich wollte ich dieses Wochenende durch die Gegend ziehen und die französischen Spuren im Berliner Stadtbild besuchen, aber fieses windiges und dann auch noch nasses Wetter haben mich dazu gebracht, mich mit französischen Süßigkeiten einzudecken und die Tage lieber auf dem Sofa zu verbringen.

Das La Cure Gourmande liegt direkt am Alex im neuesten und nicht unbedingt nötigen Konsumtempel Alea 101 direkt gegenüber vom Cubix. Der Laden ist wunderbar nostalgisch – die Süßigkeiten sind bis an die Decke hochgestapelt und bunt verpackt. Das Unternehmen La Cure Gourmande kommt aus Frankreich und hat schon in verschiedenen Ländern Läden eröffnet. Der in Berlin letztes Jahr eröffnete Ableger war der Erste in Deutschland. Das Angebot umfasst allerlei französischen Süßkram: Pralinen, Kekse, Lollis oder Schoki und auch einiges an herzhaftem Gebäck ist dabei. Die Navettes zum Beispiel sind würzige Kekse mit Kräutern, superlecker zu Wein und Käse. Alles läuft dort unter den französischen Namen, sodass die bunten Lollis Choupettes heißen.

Das Personal ist sehr freundlich und erklärt, was was ist und reicht auch immer einen Keks oder schokolierte Mandel zum Probieren. Mein idealer Ditsch-Keks für den Herbst ist der mit einer Apfel-Zimt-Masse gefüllte Keks.  Auch nicht zu verachten sind die Madeleines. Die sind aber immer ganz fix ausverkauft, sodass man Glück haben muss, noch welche zu bekommen. Die Minikuchen in  Form einer Jakobsmuschel gibt es in verschiedenen Geschmacksvarianten von Orange bis Pistazie. Die einzige Schwäche am Laden sind die Preise – manches ist wirklich übertrieben teuer. Für den kleinen Zuckerschock zwischendurch sind die Sachen daher nicht geeignet, sondern sie sollten bei den Preisen wirklich genossen werden.

Freitag, 6. November 2015

Die letzten Spuren des Mittelalters - Die Klosterruine

Die Franziskaner waren’s! Mit dem Bau ihres Klosters im 13. Jahrhundert führten sie Backstein als Baumaterial in Berlin ein. Diese roten Steine, die für viele alte Gebäude in Berlin so typisch sind. Das sogenannte Graue Kloster, das Namensgeber für die Klosterstraße war, ist heute nur noch teilweise erkennbar.

Im Zweiten Weltkrieg wurde es zerstört. Als Kloster genutzt wurde es aber schon lange nicht mehr. Denn im Zuge der Reformation wurde auch das Kloster säkularisiert und ab dem 16. Jahrhundert wurde die Klosterkirche als Gymnasium genutzt. Wer die letzten Spuren des Mittelalters in Berlin sehen will, kann einen Abstecher zur Klosterruine in der Littenstraße ganz in der Nähe des Alexanderplatzes machen. Grundzüge der Klosterkirche sind mit den erhaltenen Wänden noch zu erkennen. Ab den 50er Jahren wurde die Ruine gesichert und hergerichtet, um als Mahnmal gegen den Krieg zu dienen. Seit den 90er Jahren finden in dem großen Gebäude ohne Dach Kulturprojekte statt. Im Sommer gibt es Theateraufführungen. Wer sich für so etwas begeistern kann, sollte sich mal eine Aufführung in diesem doch besonderen Ambiente anschauen.


Momentan findet eine Skulpturenausstellung unter dem Motto „Schüler – Lehrer – Schüler“ statt. Zu sehen sind Skulpturen von Bildhauern der Nachkriegszeit. Mir haben besonders die Skulpturen des Bildhauers Fritz Cremer gefallen: Sie sind leicht verständlich, wie die „Trauernde“. Die Werke, die zu sehen sind, bieten Besuchern eine Inspiration. Denn viele der Bildhauer sind mit ihren Werken im Berliner Stadtbild wiederzufinden. Der Eintritt ist frei und wer Lust hat, bekommt mehr Informationen oder Bilder an einem kleinen Kiosk im Innenraum. Der Raum, wenn man ihn so nennen kann, ist an allen Tagen außer montags von 12 bis 18 Uhr zugänglich.

Dienstag, 3. November 2015

Die Berliner Buddys - Bunte bärige Freunde

Seit dem 13. Jahrhundert ist der Bär das Berliner Wappentier und heutzutage gibt’s überall in Berlin Bären zu sehen. Glücklicherweise nur in Form von Stein und anderen Materialien.

Besonders bunt sind die Berliner Buddy Bären, die etwas propperen zwei Meter hohen Bären aus Kunststoff. Es gibt sie in verschiedenen Varianten, stehend, sitzend, auf allen Vieren oder im Kopfstand. Alles begann vor vierzehn Jahren mit einer Show vor dem KaDeWe. Die Aktion war eine Initiative des Ehepaars Herlitz. Die Resonanz war so gut, dass die Aktion verlängert wurde und anschließend viele ihren eigenen Buddy haben wollten. Es gibt einige Kritik, da die Buddy Bären meist mit dem Unternehmen Herlitz verbunden werden oder Käufer von den Bären diese nur als Marketingmaßnahme nutzen würden. Tatsächlich ist es so, dass viele Bären auf wohltätigen Veranstaltungen versteigert wurden. Wenn Unternehmen für Kinderhilfsorganisationen spenden, um einen von Künstlern bemalten Buddy zu besitzen, sehe ich da kein Übel drin.


In Berlin gibt es mittlerweile an die 350 Buddys vor Hotels, Unternehmen oder Restaurants. Sie sind immer bunt bemalt und haben individuelle Muster. Mir macht es einfach nur Spaß sie zu entdecken. Der eigentliche Sinn dahinter, Freundlichkeit und Optimismus zu verbreiten, ist bei mir erreicht. Übrigens kann jeder die Bären für einen Schnäppchenpreis von etwa 1600 Euro erwerben, allerdings unbemalt …  Die Buddys sind so beliebt, dass es etwa 1400 Bären insgesamt gibt, als Gastgeschenke für Botschaften oder auch als Botschafter Berlins. Momentan gastieren die United Buddy Bears als besondere Aktion in Argentinien. Sie stehen Hand in Hand für die Mitgliedsländer der Vereinten Nationen, bereisen jedes Mitgliedsland und werben für Toleranz und Völkerverständigung. Dieses Jahr neu in Berlin dazugekommen ist ein interaktiver Buddy am Hauptbahnhof, der die Farbe wechseln soll, wenn man ihn umarmt. Ist ja eigentlich klar, dass ich da mal hin muss …