Freitag, 30. Oktober 2015

Relikt aus DDR-Zeiten - Das Marx-Engels-Forum

Letztens wollte ich eine Abkürzung nehmen und die Touristenmassen umgehen, indem ich mich durch die paar Bäume schlage, die an der Karl-Liebknecht-Straße stehen. Peinlich genug, dass ich es nicht schon vorher wusste, befand ich mich dadurch im Marx-Engels-Forum.
Ursprünglich stand das Denkmal näher am Roten Rathaus auf einem dafür gemachten Platz, doch wegen Bauarbeiten für die U-Bahn-Linie zum Brandenburger Tor wurde es an seinen jetzigen Standort verlagert. Eigentlich wirkt es wie eine einzige große U-Bahn-Baustelle. Aber vor dem Baustellenzaun befinden sich die Skulpturen von Marx und Engels umgeben von einer Reliefwand, Bronzereliefs und Stahlstelen. Das sieht man von der Straße nicht. Zumindest nicht, solange die Bäume Blätter tragen.  Marx und Engels stehen im Zentrum dieses Ensembles an Kunstobjekten. Die Anordnung und die zentrale Figur der Väter des Kommunismus gehen auf den Bildhauer Ludwig Engelhardt zurück.

Selbst die Materialien der anderen Objekte haben Symbolkraft: Die steinerne Reliefwand vom Künstler Werner Stötzer steht für die Vergangenheit, das Bronzerelief von Margret Midell für die Zukunft und die Stahlstelen verknüpfen als Dokumentation mit Fotos Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Die Stelen mit den Fotos galten zur Bauzeit in den 80er Jahren als Neuheit. Für mich waren die Reliefs so künstlerisch, dass ich ehrlich gesagt, die Botschaft nicht erkennen konnte. Irgendwelche Menschen halt.  Die Fotos auf den Stelen sind zudem ausgeblichen. Aber Marx und Engels erfreuen sich anscheinend großer Popularität, die Figuren, besonders Marx Knie sind blankgeputzt von den vielen auf ihm Sitzenden, die ein besonderes Fotomotiv wollten. Das Denkmal gehört zu den Talking Statues in Berlin. Das bedeutet, wenn man einen QR-Code einscannt, erhält man einen Anruf, in dem die Geschichte des Denkmals erzählt wird. Die von Marx und Engels erzählt passenderweise Gregor Gysi.


Mittwoch, 28. Oktober 2015

Berliner Schildbürgerstreich - Luxuswohnungen gegen die Friedrichswerdersche Kirche

In Berlin wird ja bekanntermaßen viel gebaut. Mal erfolgreich, mal weniger, wie der sagenumwobene Flughafen. Unter den vielen mehr oder weniger sinnvollen Bauprojekten fallen die Baustellen an der Friedrichswerderschen Kirche fast gar nicht mehr auf. Vielleicht nur noch denjenigen, die die Kirche mal ohne Bauplanen und Container gesehen haben. So lange ist das gar nicht her …
Die Friedrichswerdersche Kirche gehört zu den besterhaltenen Sakralgebäuden, die auf Karl Friedrich Schinkel zurückgehen. Sie war die erste neugotische Kirche Berlins und entstand im 19. Jahrhundert. Mit ihren roten Backsteinen sind die Türme der Kirche am Werderschen Markt schon von Weitem zu sehen. Mittlerweile ist die Kirche denkmalgeschützt und wird eigentlich als Museum genutzt. Seit 2012 ist sie aber geschlossen. Bis auf Weiteres … Denn das Ausheben einer Baugrube für eine Tiefgarage direkt neben der Kirche für die geplanten Wohnungen im „oberen Preissegment“ führte zu Rissen im Fundament der Kirche und zerbrach einige der Marmorstufen, die zum Altar führen. 
Die neuesten Gutachten zeigen, dass die anliegenden Baustellen sich negativ auf die Statik auswirken. Jetzt muss halt vorsichtiger gebaut werden. Und wenn diese Gebäude fertig sind, ist die Friedrichswerdersche Kirche umzingelt von Gebäuden, die höher sind. Da bleibt mir eigentlich nur die Frage: Warum baut Berlin das Stadtschloss neu auf, schafft es aber nicht alte Wahrzeichen zu bewahren? 

Montag, 26. Oktober 2015

Die Schleusenbrücke am Schlossplatz

Es heißt ja, dass Berlin mehr Brücken hat als Venedig. Kommt darauf an, wie man Brücken definiert. Auf jeden Fall gibt es mehr als 500 Brücken, die Flüsse, Flüsschen und Wasserläufe überqueren. Die Schleusenbrücke führt über die Spree vom Schlossplatz zum Werderschen Markt.

Schon seit dem 15. Jahrhundert stand hier eine Brücke, erst aus Holz und dann aus Metall. Ihr Name war früher Programm – hier gab es eine Schleuse. Das heutige Aussehen bekam die Brücke erst im 20. Jahrhundert. Wellenmotive und Windrosen sind im Geländer zu erkennen. Es gibt wesentlich schnörkellosere Brücken über die man in Berlin laufen kann. Sehenswert sind die Medaillons an den Geländern, die Momentaufnahmen Berlins aus dem 17. Jahrhundert zeigen. 

Als die Medaillons zum ersten Mal angebracht wurden, waren sie noch aus Bronze. Nach Kriegsschäden wurde die Brücke saniert und die Bronzemedaillen durch Aluminiumgüsse ersetzt. Den Unterschied sehen bestimmt nur echte Kenner … Zwei dieser Medaillons sind von dem Bildhauer Schumacher, der 1942 als Widerstandskämpfer hingerichtet wurde. Von seinen Werken sind nur wenige erhalten geblieben. Die ganze Brücke steht unter Denkmalschutz und bietet einen etwas anderen Ausblick auf die Schlossbaustelle.

Freitag, 23. Oktober 2015

Street Yogis - Kunst auf Straßenschildern


Augen auf und mehr Achtsamkeit beim Warten an der Ampel – manchmal lassen sich kleine Street Yogis auf den Straßenschildern entdecken. Das sind kleine Figuren aus Kork, die in Yogastellungen auf dem Straßenschild angebracht sind. Josef Foos verteilt die kleinen Street Yogis über die gesamte Stadt. Mittlerweile sollen es an die tausend Figuren sein. Ich konnte bisher nur zwei entdecken. Besonders viele gibt es angeblich in Neukölln zu finden, da dort Foos zu Hause ist.  Diese Kunstaktion soll einfach nur Freude bereiten. Bei mir sorgt sie für mehr Achtsamkeit, denn neuerdings gucke ich an Kreuzungen immer auf die Straßenschilder, um neue Yogis zu entdecken. Am Anfang der Aktion waren die Street Yogis vor allem in Gegenden von Yogastudios zu finden. Mittlerweile sollen sie überall zu entdecken sein und es gibt nicht mehr nur Yogis, sondern auch Figuren, die andere Sportarten ausüben. Das Ganze fällt unter den Begriff Urban Art und ist mittlerweile so populär, dass es schon Personen gibt, die die Yogis abreißen und als Andenken behalten wollen.  

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Die besten Hotdogs der Stadt


Ursprünglich war ich letzten Sonntag unterwegs um einen der ach so gehypten Flohmärkte Berlins zu besuchen und vielleicht ein Schnäppchen zu schlagen. Das Ganze nannte sich One Euro Sale und sollte auf dem RAW-Gelände stattfinden. Ab elf ging es los, und als wir um zwölf ankamen, dachten wir zuerst wir hätten uns in der Zeit geirrt. Eine recht überschaubare Anzahl von Ständen präsentierte allerlei Krempel. Innerhalb von zehn Minuten hatten wir alles gesehen und kratzten uns doch etwas verwirrt am Kopf. Flohmarkt ist doch etwas größer und wo waren die Ein-Euro-Angebote? Scheinbar waren wir einfach zu früh dran …
Nicht weit entfernt liegt der Boxhagener Platz, also sind wir dorthin gegangen. Dort gab es einen echten Flohmarkt. Mit Kleidung, Büchern, Schmuck und allerlei Krimskrams. Stände von Privatpersonen wechseln sich mit gewerblichen ab. Hier gibt es alles, was das Trödlerherz begehrt. Aber das Schönste am Flohmarkt auf dem Boxhagener Platz ist die anschließende Verschnaufpause. Rund um den Platz gibt es eine schier unüberschaubare Anzahl an Bars, Cafés und Restaurants. Und hier gibt es auch die besten Hotdogs der Stadt. Hot Dog Soup in der Grünberger Straße bietet Hotdogs in allen Varianten, klassisch-dänisch, amerikanisch mit Sauerkraut oder sogar mit Ananas. 
Für mich als Vegetarier ein wahres Schlaraffenland, weil alle Varianten auch mit vegetarisch-veganen Würstchen angeboten werden. Wer kein Anhänger von Wurst mit Brötchen ist, kann zu den leckeren Saisonsuppen greifen. Und wer jetzt noch keine Lust hat, dann kommt noch ein gutes Argument, dort vorbeizuschauen: Die Hotdogs kosten jeweils nur 2, 20 Euro. 

Montag, 19. Oktober 2015

Für Fans der italienischen Küche - Das Marcellino

Wer Lust auf selbst gemachte Nudeln hat und gerade im Nikolaiviertel ist, sollte mal im Marcellino vorbeischauen.
Das Nikolaiviertel ist historisch gesehen das Herz Berlins. Rund um die Nikolaikirche, die wechselnde Ausstellungen zur Stadtgeschichte zeigt, liegt der Ursprung Berlins. Das ganze Viertel ist recht überschaubar mit kleinen Gassen voller Cafés, Restaurants, Souvenirläden und Läden mit besonderer Ausrichtung. Wer schon mal in der Gegend ist, kann sich bei Interesse das Heinrich-Zille-Museum anschauen, das Ephraim-Palais oder das Knoblochhaus. Wer genug vom ältesten Viertel Berlins hat, kann dann schön italienisch essen gehen. Das Marcellino liegt in der Poststraße. Im Sommer ist der Biergarten richtig schön mit Bäumen und Blick auf die vorüberziehenden Touristen. Jetzt im Herbst muss der Innenbereich reichen. Bürgerlich würde ich die Einrichtung beschreiben, Holz, Bilder und eine Art Mosaik aus hellem Glas an der Decke. Alles nicht modern, aber hell und angenehm. 

Die Bedienung ist sehr freundlich und die Auswahl an Gerichten überschaubar, aber wer nicht gerade ein Eisbein will, findet auf jeden Fall etwas. Es gibt die klassischen italienischen Gerichte wie Pizza und Pasta. Die Preise bewegen sich im normalen Bereich. Also etwas unter zehn Euro für Gerichte ohne Fleisch und Fisch und mit dann ab zehn. Das Marcellino gehört also nicht zu den günstigsten Restaurants, ist aber nicht überteuert oder eine Tourifalle. Es gibt täglich eine wechselnde Karte mit frischen Speisen der Saison, die wir bei unserem Besuch ausprobiert haben. Die Wartezeit war kurz, das Essen lecker und gut gewürzt. Die Bedienung war für Berliner Verhältnisse geradezu übertrieben freundlich, aber alles in allem kann ich das Marcellino nur weiter empfehlen.

Freitag, 16. Oktober 2015

Zum Frühstück ins Mövenpick

Jetzt ganz ehrlich: Ich bin ein mäkliger Esser. Mich voll und ganz glücklich zu machen, ist keine leichte Aufgabe. Aber das Frühstück im Mövenpick hat es fast geschafft. Das Einzige was fehlte, waren die leckeren Dosenbohnen, die zu jedem guten englischen Frühstück gehören.
Der Langschläfer-Frühstücksbrunch im Mövenpick Hotel steht auch Nicht-Gästen offen. Und wer sonntags auf der Suche nach einem ausgiebigen Frühstück ist, sollte den Brunch unbedingt mal ausprobieren. Mit 19 Euro pro Person wirkt es auf dem ersten Blick teuer. Allerdings sind in dem Preis Kaffee und allerlei Sorten von Kaffeegetränken, Tee, Säfte und Wasser enthalten. Letztendlich ist der Brunch zwar nicht günstig, aber der Preis ist durchaus fair. Der Brunch startet offiziell ab 10.30 und geht bis 14.00 Uhr. 

Morgens ist die Auswahl an ein klassisches Hotelfrühstück angelehnt mit vereinzelten Schweizer Spezialitäten. Pfannkuchen, Omelett und andere Eierspeisen werden nach Wunsch an der Kochstation hergestellt, geht fix, ist superfrisch und noch warm. Wer sich ein wenig Platz lässt, sollte unbedingt bis zur Mittagszeit durchhalten, denn regelmäßig kommen neue Gerichte, die man unbedingt ausprobieren will. Das innenhofartige Ambiente ist stilvoll eingerichtet und lädt zum längeren Verweilen ein. Das Hotel in der Schöneberger Straße ist leicht mit den Öffentlichen zu erreichen. Die Station Anhalter Bahnhof ist per Fuß nur fünf Minuten entfernt. Zu den Weihnachtsfeiertagen wird ein besonderer Brunch zu einem saftigen Preis angeboten. Vielleicht sollte man den auch mal ausprobieren? 

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Zeit für einen Herbstspaziergang durch Berlin

Nur die Hauptstadt kann es sich leisten, zwei Lichterfeste zu haben. Bis zum Wochenende werden noch die unterschiedlichsten Gebäude während des Festival of Lights und "Berlin leuchtet" bunt angestrahlt.
Berliner Dom © Jeffrey Hübner
Mehr als 500 Gebäude werden bei diesen beiden Lichterfestivals bestrahlt. Meine Lieblingsstrecke führt vom Alexanderplatz über den Dom hin zum Potsdamer Platz. Auf der Strecke liegen die klassischen Sehenswürdigkeiten Berlins und ein paar Highlights der Lichterfestivals. Besonders Motivierte können vom Potsdamer Platz über die Ministergärten zum Gendarmenmarkt und dann zum Nikolaiviertel den Kreis schließen. Meine Motivation hat dieses Jahr nicht ausgereicht. Seit 2005 gibt es das Festival of Lights – Berlin leuchtet erst seit 2013. Berlin leuchtet hat sich im Vergleich zum Festival weniger Kommerz auf die Fahnen geschrieben. Mag sein, aber dass man um einen Überblick zu bekommen, eigentlich zwei Pläne ausdrucken müsste, ist doch etwas nervig.

Wasserspiel am Fernsehturm © Jeffrey Hübner
Fast jedes Jahr bin ich die Strecke gelaufen und hatte meine Lieblingspunkte. Dieses Jahr hat mich nur das Hotel de Rome mit einem 3D Videomapping wirklich begeistert. Das war schön anzusehen, als ob das Gebäude sich bewegen und verändern würde. Der Berliner Dom, die Humboldt-Uni und das Brandenburger Tor boten nichts Neues. Am Potsdamer Platz stand dann eine sehenswerte Lichtskulptur aus Karten. Die kreativen Köpfe dahinter stammen von einer deutsch-israelischen Künstlergruppe, die mit ihrem House of Cards das 50-Jährige Bestehen deutsch-israelischer Beziehungen feiern. Den Abschluss bildeten auf meiner Tour die Engel mit der offiziellen Bezeichnung Angels of Freedom: kitschige Fotomotive, also eine herbe Enttäuschung. Kann es sein, dass dieses Jahr weniger Mühe im Programm steckt, weil das Festival of Lights ein Selbstläufer ist? Vielleicht muss meine Standardroute auch überarbeitet werden, denn bei mehr als 500 angestrahlten Gebäuden habe ich anscheinend nur die faden gesehen.  Berlin leuchtet hat auch viele Gebäude im Westen Berlins im Programm …
House of Cards © Jeffrey Hübner
Wer noch nie beim Festival of Lights war, sollte sich auf jedem Fall am Wochenende warm einpacken, etwas für den kleinen Hunger mitnehmen und selbst ein paar Gebäude bewundern. Das Schöne an diesem Lichterspektakel ist, dass die Gebäude anders aussehen und man einen Grund bekommt auch bei fiesem dunkel-feuchten Wetter mal durch die Gegend zu ziehen.

Freitag, 9. Oktober 2015

Nicht nur für Verliebte – Der Liebesbankweg

Hört sich kitschig an? Naja ist es vielleicht auch, ein bisschen. Aber wer gern in der freien Natur bei leichter Steigung unterwegs ist, sollte mal den Liebesbankweg im Harzer Hahnenklee erwandern.


Harz, darunter versteht man Berge, Brocken, Bäume und Hexen. Hahnenklee ist ein verschlafenes Dörfchen, das im niedersächsischen Teil des Harzes liegt. Zehn Minuten Autofahrt entfernt ist Goslar entfernt. Ansonsten gibt es viel Wald und Natur. Restaurants, die mit überhöhten Preisen die Touristen versorgen, nette Hotels und Pensionen und einen Supermarkt, der sogar bis 18.00 Uhr geöffnet hat. Das Highlight dieses Ortes ist neben der Lage, die Stabskirche, aber dazu komme ich ein anderes Mal. Wer in Hahnenklee ist oder in dessen Nähe, sollte wirklich mal den Liebesbankweg ausprobieren. Voraussetzung ist gutes Wetter. 


Die etwa sieben Kilometer Wanderweg punkten nicht nur mit der Natur und der Aussicht, sondern mit themengebundenen kleinen Highlights. Immer mal wieder stößt man auf die Liebesbänke, die Namen von Hochzeitstagen tragen – Veilchenhochzeit, Papierhochzeit und Ähnliches. Wer daran gedacht hat, sich einen Picknickkorb zu packen, kann auf diesen Bänken schön Pause machen, mitunter mit tollen Ausblicken. Der Pfad führt um den Bocksberg herum und durch ein Wasserschutzgebiet. Ein kleiner Abstecher zum Bocksberg wird belohnt: Dort oben gibt es eine Sommerrodelbahn, für Fahrradfahrer drei Abfahrtsstrecken mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden, eine Riesenrutsche und Trampoline. 


Zurück auf dem Wanderweg gibt es Wiesen, Teiche und ab und an ein Ge(h)dicht. Das sind Steine mit kleinen Versen – kann man lesen, muss man aber nicht. Persönliche Highlights auf unserer Tour waren der Wasserspielplatz, ein Kneipp-Wassertretbecken und eine Partnerschaukel. Wer also in der Nähe ist, ein wenig Zeit und Lust auf eine kleine Wanderung hat, kann das ruhig ausprobieren. Übrigens gibt es entlang des Weges Stempelstationen, wer sich bei der Touristeninformation eine Stempelkarte holt und die dann ausgefüllt wieder zurückbringt, bekommt eine Urkunde. Wenn das kein Anreiz ist! Der Weg ist sehr gepflegt. Im Winter ist er nicht begehbar, da er die Skipisten kreuzt.

Mittwoch, 7. Oktober 2015

Wo Breite Straße und Berliner Straße aufeinandertreffen

Es muss nicht immer eine Fontäne sein. Für einen schnieken Brunnen reicht eigentlich schon Wasser – und wenn es nur Tropfen sind, wie beim Tröpfelbrunnen „Kletternde Kinder“ an der Ecke Berliner und Breite Straße.



Nur ein Steinwurf vom Bahnhof Pankow entfernt steht die Pankower Kirche. Sie ist eine mittelalterliche Dorfkirche und existiert seit mehr als 800 Jahren. Kann man sich ja mal angucken. Dass die an einem Samstag geschlossen ist, habe ich nicht erwartet. Also umgedreht und da steht er: ein kleines unscheinbares Gestell, das sich als Brunnen entpuppt. Ganz nett anzuschauen. Auf einer Höhe von drei Metern klettern fünf Kinderskulpturen das Gestell hinauf und wirken wirklich wie eine Momentaufnahme. Oben an dem Gestell befindet sich ein Ring, von wo aus Wassertropfen in ein kleines Becken tropfen. In den 70er Jahren entwarf der Bildhauer Gerhard Thieme den Brunnen. Eigentlich war es eine Auftragsarbeit für die Universität Würzburg, aber Pankow fand den Brunnen so gelungen, dass er in Berlin geblieben ist. Er hat so manchen Wandel überlebt und wer will kann ja gleich mal rausfinden, was die Malerei an der Hauswand bedeutet und von wem die ist. Ich habe leider keine Informationen dazu gefunden, würde aber gern mehr wissen. 

Montag, 5. Oktober 2015

Viel Geschichte, wenig Pomp – Das Schloss Schönhausen

Nicht jedes Schloss ist so pompös wie Neuschwanstein oder Sanssouci. Aber eine bestimmte Vorstellung von einem Bauwerk, das den Namen Schloss trägt, habe ich trotzdem. Mit diesem Kopfkino laufe ich beim Schloss Schönhausen aber ordentlich gegen die Wand.

Denn das Schloss Schönhausen ist nicht pompöser als eine Villa. Zugegeben, eine große Villa, aber mehr als ein gut hergerichtetes Herrenhaus ist es meiner Ansicht nach nicht. Tatsächlich sagt die Bezeichnung Schloss auch nichts über die Größe oder den Dekor eines Gebäudes aus, vielmehr über seine ehemaligen adligen Bewohner. Das Schloss Schönhausen diente der Gattin von Friedrich dem Großen als Sommerresidenz und et voilà: Schloss … 


Wer also Pomp und Gloria sehen will, sollte sich vielleicht ein anderes Ziel suchen. Geschichtsinteressierte oder Spaziergänger werden aber an der Anlage Gefallen finden. Vom Bahnhof Pankow läuft man etwa eine halbe Stunde oder fährt mit den Öffentlichen bis zur Tschaikowskystraße. Der Eintritt in das Schloss kostet sechs Euro – dafür gibt es einen geschichtlichen Überblick und original ausgestattete Räume. Neben der prominenten Ehefrau Elisabeth Christine lebten, arbeiteten und gastierten vor allem zur Zeit der DDR historische Persönlichkeiten im Schloss: Wilhelm Pieck, Ho Chi Minh und Michail Gorbatschow. Nach der Wende war das Schloss dann Ort der Zwei-plus-Vier Gespräche. Wer sich die sechs Euro sparen will, flaniert durch den Schlossgarten. Der ist ruhig, nicht wirklich überlaufen und weitläufig. Der Mosaikbrunnen sieht in Betrieb vielleicht besser aus. Während meines Besuchs wirkte er wie eine verrostete übergroße Mülltonne.

Freitag, 2. Oktober 2015

Historisches Eingangstor und die Panke – Der Bürgerpark

Der Bürgerpark steht auf der Liste der Berliner Sehenswürdigkeiten nicht besonders weit oben. Bei mehr als 2500 Grünflächen muss ein Park in Berlin schon was ganz Besonderes bieten, um aufzufallen. Einen Abstecher ist der Bürgerpark dennoch wert.

Meine letzte Entdeckungstour führte mich durch Pankow. Letzter Punkt auf meiner Tour war der Bürgerpark, der etwa zehn Minuten Laufweg vom Bahnhof Pankow liegt. Zugegeben richtig aus den Socken gehauen hat er mich nicht. Er ist relativ übersichtlich und sehr gepflegt mit Blumenrabatten und Liegewiesen. Am schönsten fand ich die Pfade an der Panke entlang – ruhig, still und mit alten Bäumen. Der Bezirk betont in der Selbstdarstellung dann auch das Alter und die Vielfalt der vorhandenen Bäume. Einige haben an die 150 Jahre auf den Buckel. Dabei existiert der Park für die Öffentlichkeit erst seit 1907. Drei Bäume, eine Sumpfzypresse, eine Rotbuche und eine Roteiche sind dann auch als Naturdenkmäler ausgezeichnet. Entdeckt habe ich sie nicht.
Das historische Eingangstor gilt als ein Wahrzeichen Pankows und ist im Stil der Neorenaissance gestaltet. Durch das Tor gelangt man zu einem großen Springbrunnen. Alles ist sehr gepflegt und lädt auch mit sauberen Bänken zum Verweilen ein. Wären da nicht die Flugzeuge, die beeindruckend tief fliegen. Als Pankower kann man das wahrscheinlich ignorieren, als Besucher ist das stetige Brummen doch etwas nervig. Der Rosengarten soll besonders im Sommer sehenswert sein, jetzt im Herbst sah er doch etwas müde aus. Für Kinder und Tierbegeisterte sind die Tiergehege spannend. Alles in allem ein schöner Park, aber doch mehr für Anwohner. Eine Anfahrt lohnt sich nur für Pflanzenbegeisterte.