Mittwoch, 26. April 2017

Politik im Untergrund

Da der U-Bahnhof Alexanderplatz Startpunkt meines täglichen Arbeitsweges ist, bin ich über die aktuellsten Werbeaktionen von Apple, Samsung und Decathlon stets informiert. Aber momentan gibt es dort eine Werbekampagne der anderen Art, die nicht zum Kaufen, sondern zum Handeln und Nachdenken anregt.
Sich gleich morgens mit politischen Grundsatzfragen zu beschäftigen, gehört nicht wirklich zu meinem üblichen Tagesablauf. Aber die Plakate der Kampagne „Demokratie leben“ hinterfragen mit plakativen und simplen Botschaften das eigene Demokratieverständnis. Zumindest, wenn man sich darauf einlässt. Die Werbekampagne hat das Ziel das gleichnamige Projekt des Ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bekannt zu machen. Hat auch gar nicht so viel gekostet … In den Medien ist Rede von einem einstelligen unteren Millionenbetrag. Ist es das wert? Nicht mehr oder weniger als andere Aufklärungskampagnen. Zumal sich nicht behaupten lässt, dass die Plakate nicht wahrgenommen werden, denn als ich davor stand, auf meine Bahn wartend, war ich nicht die einzige Person, die Fotos von den Sprüchen gemacht hat.
Viel enttäuschender als die Werbekampagne mit Wortspielen und gedanklichen Anregungen ist dann die Homepage des eigentlichen Projektes. Zugegeben, ich bin ein Anhänger von simplen, komprimierten Botschaften, aber durchaus bereit mich auch durch längeren Buchstabensalat zu schlagen. Die Seite demokratie-leben.de dämpfte gleich meine Begeisterung für das Projekt: Was interessieren mich Ausschreibungen, wenn ich eigentlich nur wissen will, was das Ganze ist? Wer sich gar durchgekämpft hat auf der Suche nach der Antwort, wie der Einzelne Demokratie leben kann, wird geblendet von grellen Farben, die eher an Pop-Art erinnern als an ein ernsthaftes Ziel. Grundsätzlich lässt sich aber nicht bestreiten, dass die Regierung Steuergelder durchaus weniger sinnvoll verschwenden könnte. Denn das Projekt unterstützt Initiativen, Projekte und Kampagnen, die sich für ein demokratisches Miteinander starkmachen. Das übrigens schon seit 2015 - ich habe vorher noch nichts davon mitbekommen, von daher hat die Werbekampagne also ihr Ziel erreicht …

Mittwoch, 19. April 2017

Für Fans der Kichererbse - Das Zula

Hummus über alles! Zumindest im Hummus-Café Zula in der Husemannstraße. Wer Lust auf orientalische Küche hat sollte hier mal vorbeischauen. 


Wir waren an einem Samstagabend auf der Suche nach einem Restaurant im Prenzlauer Berg. Ist ja nicht so, als ob es da keine große Auswahl gäbe. Aber tatsächlich haben wir ein kleines Restaurant entdeckt, das mir gänzlich neu war. Schon allein der Name Hummus-Café verrät dann auch schon, was hier im Mittelpunkt der Speisekarte steht. Aber keine Angst hier gibt’s nicht nur Hummus und Fladen. Auch das eine oder andere Gericht gibt es zu entdecken. Alles ist so ausgelegt, dass es entweder den kleinen oder großen Hunger befriedigt. Allerdings hier ein Tipp aus der Perspektive eines nicht unbedingt maßvollen Essers: Die kleinen Portionen sind dann auch klein und dienen eher als Art Imbiss. Der Hummus ist nach israelischer Art gemacht. So wie die Speisekarte generell einen israelischen Touch hat. Aber den Hummus gibt es nicht einfach so, hier kann sich jeder noch diverse Toppings ganz nach Wunsch dazu bestellen. So werden Veganer, Vegetarier und Fleischfresser gleichermaßen glücklich. Neben Brot gibt es einen Dip aus Zitronensaft und Knoblauch – superlecker. Mein persönlicher Gaumenschmaus waren die Spinatfalafeln. Die Preise sind nicht gerade billig, was wohl zum Teil auf die Lage des Cafés zurückzuführen ist. Das Restaurant ist klein und dementsprechend hatten wir zu fünft Glück, dass die Kellner bereit waren, uns für eine Stunde einen reservierten Tisch zu überlassen. Schade nur, dass die am Anfang so bemühten und fixen Servicekräfte am Ende nachließen. Aber die Karte bietet noch so viel zum Entdecken, dass ich dort eh noch einmal hinmuss, dann lässt sich auch die Servicequalität ganz in Ruhe beurteilen. Zumal im Sommer das Café auch Außenplätze hat.