Mittwoch, 13. Juli 2016

Woher der Senefelder Platz seinen Namen hat

Der Senefelder Platz ist ein guter Startpunkt für die Suche nach einem Restaurant oder einer Bar. Aber davon abgesehen gibt es direkt neben dem U-Bahn-Ausgang umrahmt von wuchernden Sträuchern und Unkraut ein Denkmal des Namensgebers für diesen Platz.
Zu einer Zeit, an die sich kein Lebender erinnern kann, hieß der Platz eigentlich Thusneldaplatz. Ein recht wohlklingender Name, der auf die Gemahlin des berühmten Arminius zurückging, der die Römer in der Varusschlacht besiegte. 1892 veranlassten Buchdrucker an diesem Ort den Bau eines Denkmals zu Ehren des Erfinders der Lithografie und letztendlich wurde der Platz dann 1896 in den Senefelder Platz umbenannt. Alois Senefelder entwickelte die Lithografie. Dieses Verfahren gehörte zu den wichtigsten des 19. Jahrhunderts um Farbiges zu drucken. Das Denkmal, das der Bildhauer Rudolf Pohle schuf, gehörte in Berlin zu den ersten, die einen Handwerker ehrten. Die Marmorfigur als gepflegt zu bezeichnen, wäre übertrieben. Vor dem auf einem Podest sitzenden Alois Senefelder sitzen zwei Putten, die Senefelders Lithografie verdeutlichen, in dem der eine Junge den Namen Senefelders in Spiegelschrift auf das Podest schreibt, während der andere diesen mit einem Spiegel entziffert. Beide Putten sind nicht mehr im Originalzustand erhalten. Dem einen Jungen fehlt ein Fuß, dem anderen der gesamten Oberkörper. Allerdings hat sich ein engagierter und talentloser Sprayer die Mühe gemacht, den fehlenden Teil der Putte nachzuzeichnen. So wichtig ist dann dieses Denkmal wohl nicht mehr, dass es auf den Sanierungslisten des Denkmalamtes steht. Aber zumindest erhalten aufmerksame Besucher durch die Marmorfigur einen Hinweis darauf, woher der Name des Platzes kommt und werden durch den Namen in Spiegelschrift dazu angeregt, darüber nachzudenken, ob das ein Fehler des Künstlers war oder etwas zu bedeuten hat.  

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