Mittwoch, 30. September 2015

Für kalte Tage – Die Biosphäre in Potsdam

Nicht mehr als eine Stunde braucht man von Berlin nach Potsdam. Egal ob mit Auto oder Bahn. Und trotzdem wirkt es so weit weg. Schließlich liegt Potsdam in einem anderen Bundesland, mehr noch die Stadt ist sogar Landeshauptstadt. Tatsächlich hat Potsdam mehr zu bieten als Sanssouci und die Havel. Eines der Dinge, die man entdecken kann, ist das Tropenhaus bzw. die Biosphäre.

Die Biosphäre ist ein Tropenhaus mit mehr als 20.000 Pflanzen. Auch kleinere Tiere wie Frösche, Fische, Schlangen oder Schmetterlinge der Tropen sind ausgestellt. Der Eintritt ist nicht gerade günstig mit 11,50 Euro je Erwachsener. Aber es lohnt sich für alle, die einen kleinen Sommerabstecher im Winter machen wollen oder sich für tropische Pflanzen und die tropische Lebenswelt interessieren. Meine persönlichen Highlights waren das Schmetterlingshaus und kleine pädagogische Rätsel. Das Schmetterlingshaus ist klein, aber an den bunten Schmetterlingen kann man sich fast nicht satt gucken. Ein enthusiastischer Mitarbeiter beantwortet geduldig Fragen und gibt mehr Informationen, als die Informationstafeln bieten. 

Generell sind im Tropenhaus die Infotafeln dünn gesät. Immer mal wieder entdeckt man einzelne Schilder, die die Pflanzen benennen, aber das war es dann schon. Nur bei den Pflanzen der Sonderausstellung gibt es ausführlichere Informationen. Bis Mitte Oktober gibt es verschiedene fleischfressende Pflanzen zu sehen. Sehr gut sind die pädagogischen Angebote, die sich wahrscheinlich eher an Kinder richten. So was schreckt mich generell nicht ab. Tafeln umdrehen, um zu sehen, ob man eine Pflanze richtig benannt hat oder kleine drehbare Türme so anordnen, dass Pflanze, Frucht und vom Menschen verwertete Teile übereinstimmen – das macht Spaß. 

Auch die Aquasphäre bietet viel für Hyperaktive. Sie ist einem U-Boot nachempfunden und gibt Überblick über die Welt des Meeres. Zu entdecken gibt es unter anderem Walstimmen und Tiefseefische, naja zumindest deren Bilder. Wer lieber nur guckt, braucht in etwa eine Stunde um sich alles anzusehen und zu entdecken. Wer allerdings bei allem raufdrückt, alles ausprobiert und auch das stündliche Gewitter nicht verpassen will, kann hier schon einen halben Tag verbringen. Als Ausflug also durchaus empfehlenswert. War man einmal drin, reicht es auch. Aber die Biosphäre wartet auch immer wieder mit neuen Sonderausstellungen auf. Die Nächste ist den Waldmenschen, also den Orang-Utans gewidmet.


Wir waren in Kombination mit einem Brunch in der Biosphäre. Anfangs wirkte es etwas unorganisiert, wenn man in das Restaurant will und erst mal seine Karten umtauschen muss. Aber der Begrüßungsdrink und das edel aufgebaute Buffet gleichen das wieder aus. Die Auswahl des Buffets ist nicht sehr groß. Aber es gibt alles, was man zum Frühstück und Mittag möchte. Veganer müssen sich an Brot und Antipasti halten. Die Qualität der angebotenen Speisen ist sehr gut, zudem gibt es auch einige exotischere Speisen passend zum Ambiente und satt wird man allemal. Diese Kombination aus langem Frühstück und anschließendem ausgiebigen Spaziergang war ideal. Für den Brunch bezahlt man aufgerundet 30 Euro, aber darin enthalten sind der Eintritt, das Essen und eine kleine Auswahl von Getränken. 

Montag, 28. September 2015

Brunch im PlusMinusNull

Rund um die Simon-Dach-Straße ist es auch nicht mehr so günstig, wie es früher war. Naja die fetten Jahre sind halt vorbei. Hauptsache die Qualität stimmt. Und da kann man beim Brunch im PlusMinusNull wirklich nicht meckern.

Das PlusMinusNull liegt an der Ecke der Grünberger Straße in Friedrichshain. Eigentlich ist es mehr eine Cocktailbar, aber das Frühstück am Sonntag sollte man trotzdem mal besuchen. Ab 10. 00 geht’s los und das Buffet bleibt bis 16.00 Uhr. Die 10,50 Euro, die für das Essen zu bezahlen sind, sind bei der Auswahl durchaus fair. Wenn mal etwas alle ist, wird es nachgefüllt und mit ordentlich Sitzfleisch bis 16.00 Uhr haben sich die 10 Euro auch gelohnt. Das Buffet ist wirklich groß. Die Auswahl umfasst die typischen deutschen Frühstücksklassiker also Aufschnitt aller Art, Rührei und gekochtes Ei, Salate aller Art und warme Speisen. Manch einer wird allerdings sein geliebtes Misch- oder Vollkornbrot vermissen. Wer alles einmal probieren will, braucht schon einen beeindruckenden Magen oder viel Zeit, selbst wenn er nur kleine Häppchen nimmt. Die Fleischauswahl kann ich persönlich nicht beurteilen, aber meine Begleiter wirkten recht satt und zufrieden. Für Vegetarier gibt es reichlich Warmes und Kaltes und vor allem nicht nur die üblichen Verdächtigen á la Aubergine, Zucchini und Co. Wunderbare Vielfalt herrscht auch bei der Süßspeisen-Auswahl – für Gesundlebende Obst und Joghurt, für alle anderen alles was das Zucker-Herz begehrt, von Tiramisu, Cremes, Milchreis bis hin zu selbstgemachten Waffeln. Der Service ist nicht unbedingt der schnellste, aber sehr freundlich. Alles in allem, also nur weiterzuempfehlen.




Freitag, 25. September 2015

Märchen raten im Volkspark Friedrichshain

Am Eingang des ältesten öffentlichen Parks Berlins liegt der Märchenbrunnen. Sein Name stammt von den Figuren, die den Beckenrand bevölkern.


Der Volkspark hat verschiedene Eingänge – am westlichen an der Straße „Am Friedrichshain“ liegt der Märchenbrunnen. Ursprünglich gab es rund um den Brunnen, der 1913 eröffnet wurde, mehr als 100 Skulpturen. Damals war er die größte öffentliche Brunnenanlage der Kaiserzeit. Heute sind nicht mehr alle erhalten. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Brunnen schwer beschädigt. Seit 2007 gilt er als saniert. Die markanten Märchenfiguren sind aber noch vorhanden. Sie stehen für neun Märchen der Gebrüder Grimm. Es sind aber zehn Figuren. Die meisten lassen sich leicht erkennen. Aber gerade das eine Märchen, das doppelt dargestellt wird, Hänsel und Gretel, ist wohl nur für Kenner der blutigen Originalversionen der Märchen erkennbar. Die einzelnen Figuren aufzuzählen, wäre Schummeln – also los, zum Märchenbrunnen und selber das Wissen um das Kulturgut testen!


Der Brunnen ist natürlich nicht nur wegen der Figuren sehenswert. Die ganze Anlage ist dem neobarocken Stil zuzuordnen. Das Wasser sprudelt im Idealfall aus Wasser speienden Fröschen und fließt in Kaskaden durch verschiedene Becken. Baden ist eher nicht empfehlenswert. Die meist braune, schäumende Masse ist optisch nicht gerade ansprechend. Die Hunde, aber vielmehr die Müllreste, die durch ignorante Besucher hineingelangen, machen das Wasser eher zum Test für das Immunsystem. Der Brunnen wird von einem Bogen abgeschlossen, auf dem sich etliche Tierfiguren tummeln. An den Seiten der Brunnenanlage befinden sich Bänke und je nach Sonnenstand ist man immer im Schatten oder im Sonnenbereich und kann hier eine kleine Pause anlegen. Hinter dem Brunnen kommt eigentlich noch der Delphinbrunnen, doch der ist gefühlt seit Jahren nicht in Betrieb und eingezäunt. Da der Märchenbrunnen unter Denkmalschutz steht und vor Vandalismus geschützt werden soll, hat er Öffnungszeiten. Offiziell sind die Tore zu den Wegen ab 22 Uhr verschlossen und der Brunnen wird um 20 Uhr abgeschaltet. 


Mittwoch, 23. September 2015

Bunte Piepmätze am Neuen Kranzler Eck

Die Gegend um den Ku’Damm und Zoo gehört nicht unbedingt zu meinen Lieblingszonen in Berlin. Dabei gibt es dort einige versteckte Juwelen zu entdecken, wie die Vogelvoliere an der Joachimsthaler Straße.



Eigentlich ist der Ku‘Damm oder offiziell Kurfürstendamm eher was für Anwohner, Touristen oder Leute mit besonderen Shoppingbedürfnissen. Also nicht wirklich mein Einzugsgebiet. Eher aus Zufall fand ich mich dann im Karstadt Sport an der Joachimsthaler wieder. Ein Laden voll mit Sportartikel – kein Wunder also, dass ich mich mehr für die Beschilderung der Ausgänge interessierte. Über einem stand Vogelvoliere. Dieser Ausgang führt zu einem Innenhof zwischen neuen Hochglanzbauten, bekannt als Neues Kranzler Eck. 


Im Zentrum steht eine Pyramide aus Gitter, die sich als Voliere entpuppt. Vielmehr ist es auch keine Pyramide, sondern eigentlich ist es ein in der Mitte durchgeschnittener Kegel und zwei Volieren, die jeweils 12 und 22 Meter hoch sind. Rund um die beiden Volieren stehen Bänke, so dass man sich in Ruhe bei gutem Wetter die Infotafeln durchlesen und die ausgezeichneten Vögel suchen kann. Über 100 Vögel leben in den beiden Volieren. Hauptsächlich bunte Exoten wie Goldfasane, Mandarinenten oder Sittiche in allen Farbvarianten. Dazwischen ein paar anpassungsfähige Spatzen, die wie auch immer in die Voliere gelangt sind.


Den Vögeln stehen Schutzhäuser zur Verfügung und so kann man sie bei Wind und Wetter sehen, wenn sie sich denn ins Freie wagen. Wer also mal in der Nähe ist, sollte mal vorbeischauen. Für eine kurze Auszeit in der Mittagspause lohnt sich der Abstecher, denn im Innenhof sind Cafes und Burger de Ville hat mit seinem Foodtruck einen festen Standort. 


Montag, 21. September 2015

Pong, Mario & Co – Das Computerspielemuseum

Wer mit Atari, NES und Amiga was anfangen kann, wer als Kind nicht nur im Wald war, sondern auch vorm PC gehockt hat, kann im Computerspielemuseum seine Kindheit wiederaufleben lassen und gehörig was dazulernen.


Die Ausstellung gibt einen informativen Überblick über die gesamte Geschichte des Computerspiels und soll weltweit einzigartig sein. Aber was wirklich hängen geblieben ist, sind die Spiele, die wir ausprobieren konnten. Aber erstmal von Anfang an: Das Museum ist leicht per U-Bahn zu erreichen und liegt zentral an der Karl-Marx-Allee. Direkt nebenan ist gleich ein charmant-lässiger Biergarten für gutes Wetter und ein Blockhouse für den größeren Hunger. Der Eintritt ist mit acht Euro nicht unglaublich günstig, aber fair.


Die Ausstellung selbst befindet sich in einem einzigen großen Raum. Ehrlich gesagt, hat sich mir der rote Faden nicht ganz erschlossen. Chronologisch? Thematisch? Bestimmt irgend sowas in diese Richtung, ich habe mich aber auch leicht von den Spielstationen oder bunten Bilder ablenken lassen. Generell ist alles gut beschriftet und schreckt auch Wenig-Leser nicht ab. Schön übersichtlich für Kenner und Nicht-Kenner sind die Wall of Hardware und die Games Meilensteine. An der Wall sieht man die Entwicklung der Spielekonsolen von ihren Anfängen bis heute. Bei den Games Meilensteinen werden 52 je nach Sichtweise wichtige Spiele mit Spielmitschnitten vorgestellt. 


Absolutes Ausstellungshighlight waren für mich die Retro-Zimmernachbauten mit einer passenden Uralt-Konsole. Auch die kleine Spielhalle mit Automaten sah sehr interessant aus – zumindest von außen, denn es waren einfach zu viele Menschen in diesem kleinen abgetrennten Raum, als das wir uns da auch reinquetschen wollten. Am besten ist es wohl, das Museum morgens oder abends in der Woche zu besuchen, so dass man alles ausprobieren kann. Geschmackssache ist die PainStation: Sie ist nur für Leute ab 18 Jahren. Zwei Leute spielen Pong gegeneinander und wer den Ball durchlässt, bekommt einen Schlag oder Peitschenhieb…


Momentan läuft eine Sonderausstellung zum Thema Sommerspiele. Zu spielen gibt’s quietschbunte neue und alte Spiele rund um das Thema Sommer. Angeln, Volleyball und ähnliches. Spannend ist, dass es zu jedem Spiel eine kleine Erklärung gibt, was es denn Besonderes zu bieten hat – sei es auch nur, dass es eines der ersten Spiele war, bei dem sich der Spieler, die Hintergrundmusik selbst wählen konnte. In dem Raum steht auch eine Pong-Spielstation für fünf Leute, die, wenn man als kleine Gruppe unterwegs ist, ordentlich  für altmodischen Spielspaß sorgt. Ein Muss für Spiele-Fans ist der kleine Museumsshop mit nerdigen und ausgefallenen Souvenirs. 

Freitag, 18. September 2015

Wasserfall und ein Berg mit Kreuz – Der Viktoriapark

Wo alles flach ist, wird aus einem Hügel schnell ein Berg. Der Kreuzberg im Viktoriapark ist zwar nur 66 Meter hoch, aber trotzdem die höchste natürliche Erhebung in der Berliner Innenstadt.



Wer mal Gebirgslandschaft in Berlin haben möchte, sollte sich den Viktoriapark anschauen. Zugegeben mit einem echten Gebirge kann der Park natürlich nicht mithalten, aber die kleinen steilen verwinkelten Pfade zum Denkmal hoch, wirken doch mal ganz anders als das schnöde Plattland drum herum. Der ganze Park ist auf den Hügel zugeschnitten mit sanft ansteigenden Wegen und abfallenden Liegenwiesen. So richtig eben ist es nur oben am Denkmal. Das gedenkt an die sogenannten Befreiungskriege, in denen sich unter anderen Nationen auch Preußen gegen die Herrschaft Napoleons wehrte. Der Entwurf dieses Denkmals, das an einen Kirchturm erinnert, kommt von Schinkel, der Berlin fast überall seinen Stempel aufgedrückt hat. Das Kreuz an der Spitze des Denkmal gab dann nicht nur den Berg den Namen sondern gleich den ganzen umliegenden Bezirk.


Wer erst einmal ober angekommen ist, wird mit einer großartigen Aussicht belohnt. Zu Silvester braucht man hier bestimmt kein eigenes Feuerwerk. Ein beständiges Rauschen, das nicht vom Verkehr kommt, führt zum zweiten Highlight des Parks: Den Wasserfall. Grandioses Fotomotiv, kostenlos und in Berlin in der Größe einzigartig ist er absolut sehenswert. Nach nicht nachgeprüften Berichten ist er abends sogar illuminiert. Im Winter ist er ausgeschaltet. Aber der Park gilt bei Schnee als Anlaufstelle für Hobby-Rodler. Viele Liegewiesen und einige etwas ältere Bänke laden zum Picknick ein. Der Park ist insgesamt relativ klein, also perfekt für einen kleinen Spaziergang mit anschließendem Wegbier.

Mittwoch, 16. September 2015

Überbleibsel aus vergangenen Zeiten – Die Brunnen am Alexanderplatz

Seit mehr als zehn Jahren wohne ich in Berlin und komme fast täglich am Alex vorbei. Ohne Baustellen kenne ich ihn gar nicht. Nur wenig hat sich nicht verändert. Dazu gehören der Brunnen der Völkerfreundschaft und der Neptunbrunnen.



Der Brunnen der Völkerfreundschaft steht im Zentrum des Alexanderplatzes. Der Name gibt schon einen Hinweis auf seine Geschichte. Er wurde 1970 zum 21. Geburtstag der DDR eingeweiht und steht seit den 80er Jahren unter Denkmalschutz. Dabei achten wenige auf den künstlerischen Wert des Brunnens, vielmehr schätzen die meisten Besucher seinen breiten Beckenrand auf dem man bequem sitzen kann. Wer etwas genauer hinsieht, entdeckt, dass der Brunnen wie eine Spirale aufgebaut ist: Über 17 Schalen fließt das Wasser aus einer Höhe von mehr als sechs Metern in das Becken. Wenn die Sonne scheint, glitzern das Kupfer, die Emaille und das Glas aus denen die Schalen bestehen. Am inneren Beckenrand befindet sich ein Mosaik mit Tieren und Pflanzen, dessen Stil einem vertraut ist, wenn man das Haus des Lehrers kennt. Das kommt nicht von ungefähr, denn Walter Womacka, der Verantwortliche für den Entwurf des Brunnens, hat auch das Mosaik am Haus des Lehrers gestaltet.


Wer es noch älter mag, geht am Fernsehturm vorbei zum Neptunbrunnen. Der ist aus Zeiten als das echte Stadtschloss noch stand. Nach dem Zweiten Weltkrieg wieder entdeckt, wurde er in den 60er Jahren kurzerhand vor das Rote Rathaus verfrachtet. Der Name ist Programm: Neptun thront auf dem zehn Meter hohen Brunnen, umgeben von allerlei Meeresgetier. Wer schon mal in Rom war, kann vielleicht entdecken, von welchem Brunnen sich der verantwortliche Bildhauer Reinhold Bega inspirieren lassen hat: Der Vierströmebrunnen diente als Vorlage.



 Die vier Ströme beim Neptunbrunnen sind durch vier Frauengestalten dargestellt. Es sind auch nicht die größten Flüsse der Welt wie beim römischen Vorbild damit gemeint, sondern die, die für das damalige Deutschland besondere Bedeutung hatten. Das waren der Rhein, die Weichsel, die Oder und die Elbe. Also vielleicht mal vorbeischauen und genau hingucken, denn jede Frauenfigur ist mit verschiedenen Attributen ausgestattet, die die jeweiligen Flüsse darstellen sollen. Im Gegensatz zu vielen anderen Brunnen in Berlin findet der Neptunbrunnen im Winter noch eine Verwendung: Nämlich als dekoratives Zentrum der Eislaufbahn des Weihnachtsmarktes am Roten Rathaus.


Montag, 14. September 2015

Kunst aus Müll – Das MocTA

Wer schon immer mal eine Ausrede für seinen Schokoladenkonsum brauchte, darf das MocTA nicht verpassen. Und wer keine Ahnung hat, was er mit Schrott anfangen soll, findet dort ebenfalls Inspiration. Wer ein auffälliges Stück Kunst kaufen will, wird ebenfalls fündig.


Das Museum of Contemporary Trash Art bezeichnet sich selbst als erstes und einziges TrashArt-Museum der Welt. Ob das wahr ist, kann und will ich gar nicht nachprüfen. Aber ein Besuch ist es allemal wert. Momentan sind die Kunstwerke im Haus Schwarzenberg in der Rosenthaler Straße zu sehen. Von Bildern bis hin zu Skulpturen ist alles aus wiederverwerteten Materialien. Die Heiligenbilder aus glänzendem Schokoladenpapier haben mir besonders gefallen. Die helfende Hand erschloss sich mir nicht ganz. Was sollte mir die abgetrennte Hand einer Modellpuppe hinter einer Gipswand sagen? Die Figuren aus Nägeln und anderen angerosteten Metallteilen würden bestimmt super in meinen Garten passen, wenn ich einen hätte. Die Ausstellungsräume sind etwa so groß wie eine Wohnung. Je nachdem wie stark man sich mit der Kunst auseinandersetzen will, braucht man zehn Minuten oder eine Stunde, um alles zu sehen. Eintritt ist freiwillig und Ermessenssache. Fotografieren ist leider nicht erwünscht. Wer schon einmal da ist, kann auch gleich das Anne Frank Zentrum besuchen oder die Blindenwerkstatt Otto Weidt. Im Platten- und Comicladen gibt es etwas andere Souvenirs und in dem Café im Innenhof kann man abschließend das spezielle Ambiente des Hauses auf sich wirken lassen.   


Freitag, 11. September 2015

Die Fat Ladies am Lustgarten

Schnell noch die letzten Sommersonnenstrahlen nutzen und rausgehen! Der Winter naht - naja zumindest der kühle Herbst... Am Lustgarten gibt es bis zum 13. September als Open-Air-Ausstellung die Skulpturen des Künstlers XU Hongfei zu sehen.



Die Fat Ladies oder Chubby Women sind schon seit 2013 auf Welttournee und jetzt auch in Berlin zu bestaunen. Der Titel der Skulpturen ist Programm: Die Skulpturen stellen nicht gerade magere Frauen in unterschiedlichsten Situationen dar. Sie stehen für Glück und Lebensfreude. Am Potsdamer Platz sind weitere Skulpturen des Künstlers zu sehen.



Wer schon einmal am Lustgarten ist, sollte noch einmal einen Blick auf den Springbrunnen werfen, denn ab etwa Mitte Oktober endet die Brunnensaison. Der Springbrunnen hat ein Bodenrelief im Brunnenbecken und eine bis zu zehn Meter hohe Fontäne. Wer noch ein Stück herangeht, steht bei windigem Wetter in feinem Wassernebel, denn zehn Düsen erzeugen feinen Nebel. 


Mittwoch, 9. September 2015

Die letzten Ruhestätten von Napoleon, Marie Curie und Jim Morrison

In einer Stadt wie Paris, die mehr als 2000 Jahre alt ist, haben natürlich auch einige Berühmtheiten ihre Spuren hinterlassen. Im Pantheon, auf dem Friedhof Père Lachaise und im Invalidendom finden sich die letzten Ruhestätten von Paris verstorbenen berühmtesten Bewohnern.  



Frankreich ohne Napoleon? Geht ja gar nicht. Kein Wunder also, dass sein Grab besonders imposant ist. Unter der Kuppel des Invalidendoms befindet sich sein Sarkophag, den man nun wirklich nicht bescheiden nennen kann. Wer sich für französische Militärgeschichte interessiert, findet im Invalidendom noch weitere prominente Vertreter des französischen Militärs und im gleich angrenzenden Armeemuseum gibt es verschiedene Ausstellungen. Da wieder die Beschilderung ausschließlich auf Französisch ist, wird es vor allem die begeistern, die sich mit Uniformen, 
Ausrüstungen und Waffen auskennen.



Als Fan von Umberto Eco war das Panthéon für mich Pflichtprogramm, denn im Gebäude befindet sich das Focaultsche Pendel. Titelgebend für einen von Ecos Romanen. Was für eine herbe Enttäuschung, dass das Focaultsche Pendel wegen Bauarbeiten abgebaut wurde! Aber das Panthéon hat natürlich auch anderes zu bieten. Früher Kirche ist es heute eine Totengedenkstätte, in der historisch berühmte französische Bürger beigesetzt sind. Voltaire und Rousseau, Marie Curie, Emile Zola oder Victor Hugo, hier liegen alle, die Rang und Namen haben. Für Architekturbegeisterte ist das Panthéon wegen seiner klassizistischen Bauweise sehenswert.



Auch eher für Interessierte ist der Cimetière du Père Lachaise. Er ist der meistbesuchte Friedhof der Welt und ist riesig. Gepflegte Grabstätten wechseln sich mit verwahrlosten ab, prächtige sonnige Wege mit kleinen engen Pfaden im Schatten.  Wer nicht gerade neben Jim Morrisons Grab steht, fühlt sich mutterseelenallein mitten in der Großstadt. Die Gräber der Prominenten erkennt man leicht daran, dass sich dort kleine Menschengruppen versammeln. Hier liegt inmitten von uralten Gräbern mit Abälard und Heloise eines der berühmtesten Liebespaare der Welt. Neueren Datums sind die Gräber von Oscar Wilde, Edith Piaf oder Marcel Proust. Ohne Karte geht man leicht verloren, aber fleißige Straßenhändler verkaufen sie und im Büro in der Rue de Repos gibt es sie sogar gratis.


Sonntag, 6. September 2015

Die schönsten Kirchen von Paris

In Paris gibt es 200 Kirchen, die kann man sich natürlich nicht alle ansehen. Die zwei schönsten für mich waren auch die bekanntesten: Notre Dame und Sacré Coeur.



Zugegeben eigentlich sind Kirchen ja hauptsächlich Stätten des Glaubens. Aber in einer so alten Stadt wie Paris ist für mich wesentlich beeindruckender die Geschichte, die hinter diesen Gebäuden steckt. Jahrhundertealt haben diese Kirchen schon einiges miterlebt und wenn man sich vorstellt, wie viel Menschenkraft und Menschenblut in diesen riesigen Gebäuden steckt, das ist schon überwältigend. Na klar waren die Menschen früher nicht dümmer, aber ihnen fehlten doch viele technische Hilfsmittel, die uns die Arbeit so erleichtern.



Notre Dame ist ein Gesamtkunstwerk. Am schönsten sind die Fassade und die berühmten Fensterblumen, also die Fensterrosen der Buntglasfenster. So fein und wunderschön, dass sich die besondere Ästhetik nicht von einem Laienfotografen wie mich einfangen lässt. Auf dem Platz vor der Kathedrale ist übrigens der Kilometer Null aller französischen Straßen mit einem bronzenen Stern markiert. Wo dieser sich befindet, war leicht daran zu erkennen, dass drumherum immer eine geführte Reisegruppe stand.



Wie aus Zuckerguss blendet Sacré Coeur geradezu wenn man davor steht. Sehr kitschig heißt es auch im Reiseführer. Sieht super aus, finde ich. Da Sacré Coeur auf einem Hügel liegt, hat man einen super Ausblick auf Paris. Die kleinen Gassen rund um die Basilika sind voll und ganz auf die Touristen ausgerichtet und total überlaufen. Innendrin ist Sacré Coeur weniger beeindruckend. Das riesige Christusmosaik gilt als eines der größten auf der Welt, hat mich aber nicht vom Holzstuhl gehauen.



Eigentlich stolpert man in Paris überall über Kirchen mit spannenden Geschichten. In der dunklen, aber von außen durchaus sehenswerten Eglise St-Sulpice (Eglise heißt Kirche auf Französisch) findet in Dan Browns „Sakrileg“ ein Mord statt. Die Eglise St-Eustache ist trotz einiger Buntglasfenster auch sehr dunkel. Was uns jedoch an der Kirche besonders gefallen hat, war die Demonstration der so oft geforderten christlichen Nächstenliebe: Innen schliefen Obdachlose neben Betenden und Touristen.

Mittwoch, 2. September 2015

Was ein Tourist in Paris sehen muss...

Klar, jeder hat seine eigenen Prioritäten bei einem Städtetrip. Aber es gibt immer ein paar Sehenswürdigkeiten um die kein klassischer Tourist vorbeikommt. In Paris sind das der Eiffelturm, der Arc de Triomphe und die Avenue des Champs-Elysées.




Paris ohne Eiffelturm? Geht das? Für Erstbesucher wohl nicht. Endlich mal selbst davor stehen und wirklich, er ist ein hübsch anzusehendes Stück Metall. Wir waren wirklich früh da – geholfen hat es nichts, Massen über Massen ausgespuckt von Reisebussen stauten sich vor den Kassen. Wir entschieden uns, dass uns der Anblick auch so reicht und die Fahrt nach oben es nicht wert ist, einen Tag zu warten. Wer also hoch will auf eine der drei Etagen, ist am besten beraten, sich die Karten vorab online zu holen, so dass man nur noch an den Fahrstühlen anstehen muss. Ein echter Blickfang war die Mauer für den Frieden auf dem Platz vor dem Eiffelturm. Auf einer großen Glastafel ist in etlichen Sprachen das Wort „Frieden“ eingraviert. Allerdings ist das Denkmal abgesperrt und beschädigt. Ein schlechtes Zeichen? 


Vom Eiffelturm ist es nur ein Katzensprung mit der Metro zum Arc de Triomphe. Er ist das Wahrzeichen für die französischen Siege im In- und Ausland. Die jeweiligen Orte sind im Bogen eingraviert und Bronzetafeln im Boden erinnern an besondere Momente der französischen Geschichte. Hier gibt es eine Aussichtsplattform, deren Eintritt vergleichsweise günstig ist. Vom Bogen führt die Champs-Elysées ab. 



Schicke Einkaufsstraße wie der Kudamm nur breiter und heller. Abgesehen von den vielen Edel-Boutiquen ist mein persönliches Highlight der Disney-Laden gewesen. Zugegeben, die hohe Kunst der Mode hat mich noch nicht gepackt, aber ein ganzer Laden voller Fanartikel zu jedem Disney-Film! Ist das nicht wunderbar?!  Läuft man die Prachtstraße hinab, kommt man zum Place de la Concorde, der Platz auf dem Marie Antoinette und Robespierre geköpft wurden. Heute steht dort ein riesiger ägyptischer Obelisk. 



Hinter dem Platz liegt der Jardin des Tuilereries, eine Parkanlage mit angrenzenden Museen. Wer jetzt noch Lust hat, könnte weiter fahren zum Centre Pompidou. Hier gibt es moderne Kunst zu sehen. Aber schon von außen macht das Museum was her, denn alle Versorgungsleitungen liegen außerhalb des bunten Gebäudes. Mit Rolltreppen lässt sich eine Aussichtsplattform erreichen. Die Aussicht ist jedoch begrenzt auf eine Seite des Gebäudes, aber immerhin der Eiffelturm ist klar zu erkennen. Um das Centre herum sind kleine Cafés und die typischen Souvenirläden. Der Igor-Stravinsky-Place gleich nebenan gibt mit dem Brunnen mit seinen bunten quietschenden Figuren im nach Chlor riechenden makellos blauen Wasser einen Vorgeschmack auf die Kunst, die einem im Centre Pompidou erwartet.